Hobby’s & ich?

Brauchen wir Hobby’s?

In meinen Kind- und Jugendjahren hatte ich viele Hobbys und war aktiv im Schwimmverein, Theatergruppe, Trachtenverein und Leichtathletik und in der Musikgruppe. Die Zeiten neben Schule waren ausgefüllt und meine Freizeitaktivitäten machten auch Spass.

Später, als Ehefrau, Mutter und Selbstständig im Beruf wurde es dann immer schwieriger und die Interessen haben sich verschoben. Ich konnte mich nicht dazu verpflichten, jeden Mittwoch Punkt 19 Uhr am Schwimmbad zu sein. Stress, Termindruck, das ständige „Verfügbar-sein“ – der Job und die Familie hatten Vorrang, ein Hobby gab es nicht mehr. Es fehlte einfach die Zeit und auch die Lust für ein Hobby und ich hatte auch nicht das Bedürfnis nach Aktivität, war froh einmal nichts zu tun, auf dem Sofa zu liegen oder mein Beauty-Programm zu starten.

Seit einigen Jahren hat sich das Blatt gewendet! Nach Büroschluss geht es fast täglich zum Reitstall, denn nicht nur die Verpflichtung gegenüber der Tiere, nein, es macht auch riesig Spass, reiten zu lernen. Reitstunde, Training, Ausritte, Pflege der Pferde, das alles ist sehr zeitintensiv, aber ich möchte es nicht missen. Die wundervollen Aussichten die wir bei unseren Ausritten einfangen dürfen oder die lustigen Abende mit den Stallkollegen – all das erfüllt das Leben!

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Aber nicht nur das Reiten auch Kochen, Deko, mein Garten, Blumen und ganz neu – das Fotografieren – bezeichne ich inzwischen als meine Hobbys.

Kochen ist für mich Entspannung und Genuss, mit frischen Lebensmittel, Obst und Gemüse zu arbeiten und neue Rezepte zu testen, hier erwacht mein Ehrgeiz. Wenn ich Gemüse oder Zwiebel schnipple denke ich nicht an den Job, eigentlich denke ich an nichts, für mich ist es pure Entspannung. Wenn das Fleisch auf den Punkt gegart ist oder das Souffle den optimalen Bräunungsgrad hat und es dann auch noch schmeckt, ist das Erfolgserlebnis perfekt.

gartenarbeit6Ohne Garten, Blumen und meine Terrasse würde ich eingehen wie ein Blümchen ohne Sonne. Im Sommer ist der Garten mein Wohnzimmer und hier verwirkliche ich meine kreativen Ideen. Zu sehen wie alles wächst und gedeiht, wie aus Zwiebel im Herbst gesetzt, im Frühjahr die Blumen aus der Erde spriessen. Wenn aus kleine Blüten aromatische Tomaten werden und die Hortensien trotz spätem Frost im Sommer üppig blühen.

 

hortensien-wow2Bin ich Blumen süchtig? Es vergeht keine Woche und ich stehe wieder im Blumenladen. Nach Jahreszeit, langstielig, einzelne Blumen mit Beiwerk oder einfach nur einen Strauss mit bunten Blumen. Zuhause wird dann gebunden, geschnitten und die Vasen und Glasschalen in der Wohnung verteilt. Inspiration für Sorten und Gestaltung sehe ich mir oft bei Pinterest oder Instagram an.

 

 

Hier eine Kerze, dort ein Bild, ein neuer Vorhang oder Teppich. Dekorieren ist mein Verlangen, wöchentlich kleine Änderungen, mindestens einmal im Jahr das große Umräumen. Dann wird alles auf den Kopf gestellt und aufgehübscht. Oft reichen nur wenige Dinge um einen Raum neu zu gestalten.

Durch meinen Blog ist meine neueste Leidenschaft die Fotografie. Mit Sicherheit sind meine Bilder nicht professionell, aber ich habe im Laufe der Zeit gelernt, bessere Fotos zu machen, Verlasse das Haus auch nicht mehr ohne eine Iphone, denn schöne und ausgefallene Motive begegnen einem überall. Manchmal ist es der verrostete Türgriff, die Wiesenblumen, der Sonnenuntergang, den Regenbogen  oder eine alte Türe. Alltägliches, das man oft nicht als Motiv erkennt. Manchmal gelingt das optimale Bild schon in wenigen Sekunden, dann dauert es 30 Minuten bis alles so ist,  wie ich es mir vorstelle. Gegen die Sonne zu fotografieren, Licht und Schatten nutzen, Blumen in Nahaufnahme, alles Werkzeuge um ausgefallene Fotos zu machen.

Ich habe mein Leben einfach etwas umstrukturiert, nehme mir Zeit für die Hobbys, Zeit für mich und für meinen Job ist immer noch genug Platz. Jetzt bin ich aktiver und habe gelernt die Zeit zu schätzen, früher habe ich nicht verstanden, wie kostbar Zeit ist und wie schnell sie vergehen kann.