Habt ihr vergessen auf den Kalender zu gucken, warum seid ihr so ungeduldig und könnt es kaum erwarten eure Köpfe in die Sonne zu strecken? Sorry, ich meine nicht euch, musste gestern mit meinen hübschen Krokus im Garten ein ernstes Wort sprechen 🙂
Hobby-Gärtner schwanken im Moment zwischen Staunen und Bewunderung. Hatten wir nicht erst vor gut drei Wochen Schnee und Frost? Letzte Woche hatte man das Gefühl, der Frühling steht schon vor der Türe. Will er sich auf Dauer einnisten? Ich hätte nichts dagegen, nur glauben kann ich es nicht. Die Vögel zwitschern schon am frühen Morgen, zweistellige Temperaturen in den vergangenen Tagen mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Pro Tag nimmt die Tageslänge zu und lassen bei vielen schon Frühlingsgefühle aufkommen. Von den Schneeglöckchen ist weit und breit noch nichts zu sehen, doch die Krokusse in meinem Garten werden von Tag zu Tag mehr.
Der Vorfrühling fängt an mit der Blüte der Hasel, den Schneeglöckchen und Krokusse. Für Meteorologen startet der Frühling am 1. März, für Astronomen am 20. März. Doch wir haben Mitte Februar und am Dienstag habe ich bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein fast den ganzen Nachmittag im Garten verbracht. Am Freitag hatten wir plus 15 Grad, wenn ich mir die Wettervorhersage ansehe, könnte es bald wieder heißen – Ski und Rodel gut und die Krokusse werden kalte Füße bekommen. Die Strafe dafür, wenn man zu ungeduldig ist.
Ich habe letzte Woche meine Freundin Manu, die mit ihrer Familie in Portugal an der Algarve lebt, gefragt, ob den dort schon der Frühling eingezogen ist. Ihre Antwort – Frühling? Gefühlt ist es schon Hochsommer, mit Temperaturen weit über 20 Grad und kein Regen in Sicht. Die Regierung hat den Wasserverbrauch reduziert und Manu fragt sich wie das weiter gehen soll, die Stauseen sind fast alle leer und das im Februar. Wir stecken in einer Klimakrise, die wir nicht mehr beenden, sondern nur noch eindämmen können. Natürlich bedingte Veränderungen hat es in der Geschichte schon immer gegeben und längere Perioden mit hohen Temperaturen haben sich im Laufe der Zeit mit kälteren Perioden abgewechselt. Doch die Geschwindigkeit der Erderhitzung ist höher denn je und besorgniserregend. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, kann jeder Einzelne von uns etwas tun. Warten wir nicht länger, wir sind wohl die Generation, die das Problem noch in den Griff bekommen kann.

