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Sonntagsfrühstück, 2.Juni

Einen wunderschönen guten Morgen!

Die Entscheidung, einen Hund aus dem Tierheim oder aus dem Ostblock zu adoptieren, geht über das Übliche hinaus und verdient großen Respekt. Doch als mir meine Nichte Ende April erzählte, dass sie einen Angsthund aus Rumänien zu sich holt, habe ich sie sofort gefragt, ob sie ein wenig spinnt.

 

Die meisten Hunde aus Rumänien stammen aus Tötungsstationen oder sind Straßenhunde und wenn ich Bilder sehe, stehen mir Tränen in den Augen. Das Leid dieser Tiere ist groß, größtenteils leben sie schutzlos auf der Straße, sind verletzt, krank oder unterernährt. Doch auch in anderen osteuropäischen Ländern ist diese Situation bittere Realität. In Rumänien müssen Hunde kastriert, gekennzeichnet, registriert und gegen Tollwut geimpft werden. Welpen möchte dort niemand haben. Sie werden ausgesetzt oder zurückgelassen. Die Regierung dort hat ein Gesetz eingeführt, nach dem Straßenhunde eingefangen wurden, dürfen sie nach einer Frist von zwei Wochen getötet werden. Die Hunde erleiden bis zu ihrem Tod eine grausame Tortur.

Tierhilfe Organisationen aus Deutschland helfen dort, den Hunden ein besseres Leben zu schenken. Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Hunde oft keinen Kontakt hatten mit Dingen, die für uns im Alltag selbstverständlich sind. Es ist am Anfang viel liebevolle Geduld gefragt, denn viele sind nicht stubenrein oder gehen perfekt an der Leine. Manche haben noch nie in einem Haus gelebt, kennen keine Treppen und keine Grundkommandos. Ganz wichtig ist es, den Hund an die neue Umgebung, die Familie und an sein neues Umfeld zu gewöhnen. Einige Umbauarbeiten waren bei meiner Nichte nötig und am 18. Mai war es endlich so weit.

 

 

Als Angsthund werden Hunde bezeichnet, die in vielen Situationen mit akutem Stress zu kämpfen haben, weil sie sich vor Gefahren und vor Misshandlung fürchten. Viele ehemalige Straßenhunde mussten einiges erleiden – Tritte oder Gewalt sind dort an der Tagesordnung. Im neuen Zuhause muss sich der Hund erst einmal damit anfreunden, dass nun alles anders läuft. Plötzlich gibt es eine Leine, einen Hundenapf, regelmäßiges Fressen, es gibt Streicheleinheiten und zwischendurch wird sogar das Fell gekämmt. Straßenhunde kennen diese Pflege und Nähe zum Menschen überhaupt nicht. Sie waren keine Haustiere, sondern wild lebende Hunde, die nur das Haustier-Gen in sich tragen.

Bisher habe ich Hedda nur auf Bildern gesehen (die ich jedoch nicht veröffentlichen möchte) doch fast täglich erreichen mich neue Nachrichten über die Entwicklung. Und ich bin überrascht. Hedda akzeptiert alle 4 Familienmitglieder, den Ersthund, ist zutraulich und hat nur einige Stunden im Zwinger verbracht. Die ersten Gassi Runden wurden gemeistert und die letzte Nachricht von meiner Nichte hat mich besonders gefreut – „Ich bin so überwältigt von Hedda, sie ist großartig“. Jetzt geht es weiter, damit wir gemeinsam die Welt erkunden können. Meine Nichte gibt Hedda nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch die Möglichkeit, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und zum ersten Mal in ihrem Leben ein würdiges Hundeleben zu führen. Ich freue mich auf die erste Begegnung mit Hedda!

Wünsche euch einen schönen Sonntag!

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