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Sonntagsfrühstück, 9.August

Auf Hitze folgen Blitze!

Einen wunderschönen guten Morgen!

Ich weiss nicht, wie oft ich in der letzten Wochen mit mir selbst gehadert habe, denn ich sehnte mir den Herbst herbei. Wie ihr wisst, liebe ich nichts mehr als den Sommer, die angenehmen Temperaturen, die langen Abende, die Zeit im Garten. Aber die Hitze der letzten Wochen nervt einfach nur noch, der Garten vertrocknet bzw. wird das tägliche Gießen bei den Temperaturen, selbst am späten Abend oder frühen Morgen zur Anstrengung. Die Nächte sind unerträglich warm und jede Aktivität ist schon fast ungesund. Was bisher ausblieb, war meine bekannte Angst vor Gewittern, denn bis letzte Woche war es in diesem Sommer ausgesprochen ruhig und das trotz der extremen Hitze.

Am Freitag, den 31.Juli war es dann soweit, ich wurde von dem ersten starken Gewitter in diesem Jahr quasi überrascht. Es sollte ein lauer Sommerabend mit Freunden werden. Wir waren bei einem bekannten Weinhändler in Prien am Chiemsee zum Sommerfest verabredet. Bereits bei der Anfahrt konnte man gut sehen, dass sich in den Bergen etwas zusammenbraut. Bei der Ankunft hat meine Allianz App bereits eine Warnung abgesetzt. Einige Minuten später ging es dann schon los. Windböen, Blitze, Donner und vor allem sehr, sehr viel Regen. Nach 10 Minuten war das Schlimmste vorbei, nur der willkommene Regen blieb. Zum Glück hatte der Weinhändler Zelte aufgebaut, ansonsten wäre der Abend vermutlich sprichwörtlich ins Wasser gefallen. So aber genossen wir einen schönen Abend bei angenehmen Temperaturen.

Weiter ging es Samstag, gefolgt von Sonntag. Einfache Sommergewitter, wie ich sie aus meiner Kindheit noch kenne. Nichts zum Fürchten. In diesem Jahr kam auch erstmals das Gefühl auf, dass die Wetterberichte einfach zu extrem sind. Unwetterwarnungen bei einem leichten Gewitter? Panikmache oder angebracht? Unser Dorffest musste in diesem Jahr (wie in den letzten 10 Jahren) verschoben werden. Von Samstag auf Sonntag. Nachdem wir am Sonntag schon Grillen geplant und alles dafür eingekauft hatten, war klar, dass wir das Dorffest nicht besuchen würden. Jedoch musste ich noch an den Friedhof zum Gießen, hier sah ich die Menschenmassen, die sich am Eingang zum Dorffest sammelten. Dabei vibrierte mein Iphone, eine Unwettermeldung jagte die andere und am Himmel konnte man schon deutlich die Gewitter-Formation sehen, die auf uns zukam. Manchmal verstehe ich auch Leute, die gar nicht auf Warnungen oder Wetterberichte im Allgemeinen hören. Für sie wird der Abend auf dem Dorffest eher kurz ausfallen und ich hoffe, dass alle schnell ins Trockene gekommen sind.

Doch das war noch nicht alles, am Mittwoch den 05.08., herrschte den ganzen Tag eine drückende und unangenehme Schwüle. Unwetter waren angesagt, aber lange war weder auf dem Regenradar noch auf den Wetter-Apps etwas zu sehen. Abends um halb 8 rollte dann ein richtig schweres Unwetter über unsere Gemeinde. Es begann mit extremen Windböen, gefolgt von Regen, aber schon nach einigen Minuten setzte er ein – der gefürchtete Hagel. Ich hatte noch unsere Hagelflieger gehört, aber anscheinend waren sie für unseren Bereich zu spät und konnten nicht mehr alle Bereiche beeinflussen. Hagelkörner in einer Größe von 1-4 cm fielen vom Himmel. Mir blieb das Herz stehen, denn bis auf 2 Meter konnte man nichts erkennen, wenn man aus dem Fenster sah. Meine Blumen, meine Beete…. Meine Tochter war zu der Zeit am Stall, auch immer ein ungutes Gefühl. Am schlimmsten war dieses Mal unsere Hündin Emmi, denn die Hagelkörner schlugen bis zu unserer Terrassentür, sie war völlig panisch, bellte und jaulte in das Gewitter. Kurze Zeit später absolute Stille. Als ich den ersten Schrecken überwunden und von meiner Tochter gehört habe, dass bei ihr alles in Ordnung ist, habe ich eine Tour durch unseren Garten gemacht. Fazit: nicht so schlimm wie gedacht. Seit diesem Jahr sind unsere Hochbeete geschützt. Der Partner meiner Tochter ist selbst kreativ geworden und hat geniale Vorrichtungen mit Netzen gebaut, die unsere Tomaten, Gurken, Salate und alle Kräuter perfekt geschützt haben.

Meine Blumen auf der Terrasse haben es großteils auch gut überstanden. Richtig gelitten haben meine Hortensien und der sichtbarste Schaden ist wieder mal an unseren Seerosen entstanden. Ich bin einfach nur froh, dass niemandem etwas passiert ist und nichts zu Schaden gekommen ist. Aber der Schreck sitzt tief, denn so ein Hagel Unwetter hatten wir wirklich schon lange nicht mehr. Und schon meldet sich auch die altbekannte Gewitter-Angst jeden Tag, wenn ich morgens im Radio höre, dass an den Alpen Gewitter im Tagesverlauf entstehen können. Ich muss wirklich zugeben, dass ich nach dem Gewitter erst einmal alle Fenster aufgerissen und die kühle, frische Luft reingelassen habe. Eine Wohltat, nach den letzten Tagen. Mir reicht es jetzt wirklich mit der Hitze, der instabilen, schwülen Luft und eben den Gewittern. 

Heute erwarten wir wieder 32 Grad und für morgen sind die nächsten schweren Gewitter in unserer Region angekündigt. Ich versuche jetzt ein schattiges Plätzchen zu suchen und nicht an morgen zu denken. Ich hoffe, ihr habt einen schönen, ruhigen und nicht allzu heißen Sonntag!

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