O`zapft werd!
Nein, nicht auf dem Münchner Oktoberfest, sondern in Rosenheim beginnt am Samstag 26.08.2017 das traditionelle Herbstfest, gerne Wies`genannt. Zwei Wochen lang, mitten in der Stadt, das größte Volksfest in Süd-Ost-Bayern.
Das Herbstfest ist Anziehungspunkt für Geniesser mit allen Schmankerl, wie Ochsenbraterei, Wild-, Fisch und Brotzeitschmankerl. Für Naschkatzen gibt es Zuckerwatte, Mandeln und Lebkuchenherzen. Zahlreiche Fahrgeschäfte, Buden und ein grosses Rahmenprogramm wie Erntedankfest und das grosse Feuerwerk am letzten Donnerstag.
Grund genug – meine Dirndl, für dieses grosse Ereignis vorzubereiten. Das Dirndl ist nicht einfach nur ein Kleid – es ist der Ausdruck an starke Heimatverbundenheit und Tradition. Ich trage gerne Dirndl, nicht im Alltag, dafür ist es leider zu unpraktisch, aber zu verschiedenen Festen ist in Bayern, ist das Dirndl ein Muss.
Schwarze Dirndl klingt im ersten Moment ein wenig trostlos. Ganz im Gegenteil. Es lässt unheimlich viele Möglichkeiten offen, es immer wieder neu variieren. Schürzen in farbenfrohen Farben, aus feinem Taft oder kariert.
Schürzen in verschieden Farben und Mustern zum schwarzen Dirndl
Das rote Dirndl wird sicher sehr häufig zum Einsatz kommen. Ich habe es mir vor zwei Jahren in Salzburg gekauft, den das leuchtende Rot ist mir sofort ins Auge gefallen und gefällt mir zu meinen blonden Haaren ganz besonders. Aber ob rot oder blau, sogenannte Waschdirndl (hat nichts mir waschbar zu tun) sondern bezieht sich auf den Stil und Schnitt, ist aus hochwertiger Baumwolle, sind unkompliziert und bequem.
Verliebt in Details
Das wichtigste beim Dirndl ist die Passform, es sollte keine Falten werfen, jedoch eng anliegend sein, für das Hendl oder die Brotzeit sollte aber immer noch genug Platz sein.
Beim Binden der Dirndlschürze geht es nicht nach modischen Aspekten, sondern hat symbolische Wirkung und Tradition. Rechts gebunden, die Trägerin ist vergeben, links hingeben, dass sie noch zu haben ist. Mittig vorne noch Jungfrau und am Rücken gebunden, dass sie Witwe ist.
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ich stehe jedes Jahr vor der gleichen Frage, welches Dirndl ziehe ich wann an.
Wies’n Schmuck
Das Dirndl ist Ansich schon ein Eyecatcher, so gilt in Sachen Accessoires die Regel: „Weniger ist mehr“. Trachtenschmuck ist meist aus Silber, oft in Kombination mit Granat, Grandeln und Horn. Ein Kropfketterl und Ohrenstecker, gerne in Form des Enzian, ist ausreichend.
Charivari
Trachtenkette von meiner Oma
Brosche Erbstück
High Heels können im Schrank bleiben, zum Dirndl passen flache Schuhe z.B. Trachten-Ballerinas am besten. Hauptsache bequem und schlicht.
Das Dirndl passt, die Frisur sitzt, doch wohin mit Bargeld, Lippenstift, Schlüssel und Handy. Die passende Dirndl Tasche sollte handlich und praktisch sein, dennoch Platz haben, für alles was die Frau so bei sich trägt, denn nicht in jedem Dirndl sind Taschen eingearbeitet. Taschen, hübsch aus Leder, Baumwolle, Woll-Filz oder Stoff, bestickt, mit Knöpfen oder Federn. Die Auswahl in Form und Farben sind riesengroß. Mein Tascher’l ist aus hellblauem Leinen, aufwändig bestickt und eignet sich auch als „Blumen-Vase“.
So, auf gehts zur Wies’n, das Dirndl ist gestärkt und gebügelt, die Haare gekämmt (für eine Zopf-Frisur reicht meine Haarpracht nicht aus) und die Tasche ist gepackt. Auf dem Rosenheimer Herbstfest wird Gemütlichkeit und Tradition noch gross geschrieben.
„Auf a zünftige Wies’n!

