Sonntagsfrühstück, 3.Dezember

Einen wunderschönen guten Morgen!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – trotz aller Bedenken ist mein Adventskranz nun endlich fertig, denn schliesslich ist er fester Bestandteil in der Vorweihnachtszeit. An jedem Sonntag wird nun eine Kerze angezündet – ein Brauch der fast in der ganzen Welt bekannt ist.

Angeblich hat Johann Wichert, ein evangelischer Pfarrer aus Hamburg den Adventskranz erfunden. Vor circa 200 Jahren leitete er dort ein Heim für bedürftige Kinder. Wie die meisten Kinder heute, konnten sie auch damals die lange Wartezeit bis Weihnachten kaum aushalten. Wichert hatte die zündende Idee: Er nahm ein altes Kutschenrad aus Holz und befestigte Kerzen darauf. Für die Sonntage nahm er vier große, weiße Kerzen und für die Wochentage kleine rote Kerzen. Dann hängte er das Wagenrad an die Decke des Speisesaals und zündete jeden Tag eine Kerze, an den Sonntagen eine Weiße und unter der Woche eine rote Kerze. So konnten die Kinder an der Anzahl der Kerzen, die noch nicht brannten, ganz einfach abzählen, wie viele Tage sie noch bis Hl. Abend warten mussten. Jeden Tag wurde der Raum ein wenig heller und wärmer.

 

Später wurde der Kranz auf 4 Kerzen beschränkt, eine für jeden Sonntag im Advent. Zum Glück, denn wer hat schon Platz für einen Adventskranz mit 24 Kerzen. In meiner Kindheit gab es einen Kranz aus Tannengrün, 4 rote Kerzen und vielleicht ein paar Schleifen, das war es! Heute fragt sich jeder, Jahr für Jahr aufs Neue wie er seinen Adventskranz gestalten möchte und schaut man sich die Bilder im Internet an oder macht einen Abstecher zum Floristen, dann steht er vor der Qual der Wahl. Ob klassisch in Rot, das hatte ich die letzten zwei Jahre, elegant und schlicht in Weiß oder schrill in Pink. Beim klassischen Adventskranz dürfen immergrüne Tannenzweige nicht fehlen, doch auch runde Kerzenhalter aus Edelstahl sieht man immer häufiger, vor allem für den puristischen Liebhaber. Man muss jedoch nicht immer der Tradition eines runden Kranzes folgen. Längliche Adventsgestecke, zum Beispiel aus Holz wirken in der Adventszeit sehr modern und edel. Ein Adventskranz aus Dosen oder Gläser lässt sich mit Moos, Zweigen, Tannenzapfen oder Nüssen füllen und die Kerzen darauf platzieren. Etwas ausgefallen, doch so einen Adventskranz hat nicht jeder.

Wenn es draußen immer kälter wird, freuen wir uns auf Kerzenschein, Dekoration und Lichterketten und die festliche Weihnachtsdekoration bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Das liegt vor allem daran, dass wir schöne Erinnerungen an diese Zeit aus der Kindheit haben. So geht es zumindest mir so. Mein Adventskranz, den ich dieses Jahr wieder selbst mit Tannengrün und Eukalyptus gebunden habe, ist farblich sehr dezent. Frisches Grün mit beigen Sternenkerzen, weiße und goldene Kugeln, Holzsterne und goldene Zieräpfel. Und passend zum 1. Advent hat es geschneit, wie ihr auf den Schlittenbildern sehen könnt.

Wünsche euch einen schönen Sonntag und eine wunderschöne Adventszeit!