Sonntagsfrühstück, 14.Januar

Einen wunderschönen guten Morgen!

Was für eine aufregende Woche liegt hinter uns. Seit Montag gehen die Bauern gegen die Sparmassnahmen der Ampel-Regierung auf die Strasse. Den für letzten Montag geplanten Impftermin beim Tierarzt habe ich vorsorglich schon am Freitag vor einer Woche abgesagt und nun am Donnerstag nachgeholt. Am Montag haben sich Landwirte aus dem Landkreis und Umgebung versammelt um zu einer Grosskundgebung nach München zu fahren. Auch in Rosenheim, Traunstein und am Chiemsee fanden Sternfahrten statt, die den Verkehr stark einschränkten und am Montag kam eine weitere Blockabfertigung am Grenzübergang Oberaudorf/Kufstein dazu. Der LKW Stau hatte bereits am frühen Morgen eine Länge von fast 40 km. Kein Durchkommen mehr!!!

 

Die Landwirte wollen mit der Demonstration ein Zeichen setzen. Entzündet haben sich die geplanten Kürzungen der Subventionen für die Branche im Zuge der Haushaltskrise, die inzwischen in Teilen wieder zurückgenommen wurden. Der Bauernverband hält die Nachbesserungen jedoch für unzureichend. Die Bauern sind sauer, es muss sich etwas ändern, denn seit Jahren gibt es ständig Auflagen und das Bauernsterben nimmt von Jahr zu Jahr zu. Mein Nachbar hat seinen Hof an den Sohn übergeben und meinte: Ich bin froh, dass es zu meiner Zeit noch anders lief. Früher habe ich pro Monat zwei Tage im Büro verbracht, mittlerweile braucht man eine ganze Woche. Die Subventionen sind nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Wir sind in der EU nicht mehr wettbewerbsfähig, weil es in Deutschland zu viele Auflagen gibt. Irgendwann werden Lebensmittel nur noch importiert, weil sie im Ausland billiger produziert werden. Die Arbeit der Landwirte müsse in Deutschland wieder wertgeschätzt werden, wie während der Corona-Pandemie. Ich fand die Bilder in Presse und Fernsehen schon beeindruckend, wenn sich tausende Trecker, zum Beispiel in München oder am Mittwoch in Augsburg auf Plätze einfinden oder am frühen Morgen, mit Festbeleuchtung die Autobahnen und Straßen blockieren. Neben den Landwirten beteiligen sich auch Speditionen, Handwerksbetriebe, Bäcker, Metzger, die Gastro und viele mehr, denn alle sind unzufrieden über unsere Regierung – wir alle leiden unter der Politik der Ampel. Zum einen wollten die Bauern ein Zeichen gegen die Sparpläne der Ampel setzen, andere Branchen wiederum auf gestiegene Kosten bei Strom, Sprit oder die Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie. Über 400 Versammlungen haben am Montag in Bayern stattgefunden, mit fast 80.000 Teilnehmern und 54.000 Traktoren und es sollte der Ampel schon zu denken geben, wenn eine so breite Allianz demonstriert. Den Landwirten wünsche ich viel Erfolg für die weiteren Demonstrationen, sie sind schließlich unsere Ernährer, die wir unterstützen müssen. Hoffe nur, sollte es zu weiteren Demos kommen, dass diese auch friedlich bleiben. Die Bahn streikte ab Mittwoch, doch dies hatte nichts mit den Protesten der Landwirte zu tun, es gibt lediglich eine zufällig, zeitliche Überschneidung. Die Lokführer fordern eine Lohnerhöhung und dazu soll die wöchentliche Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden sinken, was die Bahn beim aktuellen Arbeitsmarkt einfach weltfremd nennt. Die Fronten sind seit langem verhärtet und ich bin froh, dass meine Tochter wieder in Deutschland arbeitet und nicht mehr jedes Wochenende zwischen Rosenheim und Basel pendeln muss.

 

Letzten Sonntag habe ich mir die Dokumentation „Beckenbauer – Der beste seiner Zeit“ in der ARD Mediathek angesehen – nichts ahnend das Franz Beckenbauer bereits zu diesem Zeitpunkt verstorben ist. Er war nicht nur ein begnadeter Fußballer, sondern auch abseits des Platzes eine Persönlichkeit und schon zu Lebzeiten eine Legende. Die Nachricht hat mich sehr traurig gemacht, Ruhe in Frieden lieber Franz.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!