Sonntagsfrühstück, 6.Oktober

Einen wunderschönen guten Morgen

Herbstzeit – das bedeutet hierzulande buntes Laub, regnerisches Wetter und gemütliche Zeit auf dem heimischen Sofa. Doch der Herbst ist auch Erntezeit. Um sich für eine erfolgreiche Ernte zu bedanken, wurde das Erntedankfest ins Leben gerufen, was wir heute feiern. Die Ursprünge reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück und das uns die Natur jedes Jahr aufs Neue reich beschenkt. Im Mittelpunkt stand die Danksagung an die Götter, die mit üppigen Opfergaben in Form von Korn, Obst und Früchten Ausdruck verliehen wurden. Das Erntedankfest wird traditionell am ersten Sonntag im Oktober gefeiert und an diesem Tag werden heute die meisten Kirchen mit den Gaben der Natur geschmückt. In einigen Regionen wird gleichzeitig Kirchweih gefeiert. Dabei ist es Brauch, Strohpuppen zu verbrennen und Erntedank Feuer anzuzünden.

 

 

Dieses Jahr haben viele Landwirte keinen Grund zum Feiern – die Ernte fiel bei vielen buchstäblich ins Wasser. Besonders schlecht sieht es beim Anbau von Obst aus. Erst verursachte der warme Winter eine frühe Blüte, dann schädigte sie der späte Frost im April. Zuwenig Sonne und Dauerregen kamen dann erschwerend hinzu. Jetzt könnte man sagen – ja die Bauern haben immer etwas zu jammern. Zu kalt, zu nass, zu trocken oder zu heiß, doch auch für uns Hobbygärtner war das Gartenjahr 2024 nicht einfach. Letztes Jahr haben wir noch großzügig Gemüse aus dem Garten an Freunde und Nachbarn verschenkt, doch heuer war die Ernte bei einigen Sorten spärlich, bei anderen ein Komplettausfall. Nicht nur bei Kirschen und Zwetschgen gibt es wenig zu ernten, auch bei Himbeeren ist der Ertrag gering.

 

Sie sind das beliebteste Gemüse der Deutschen: die Tomaten. Selbst angebaut schmeckt die rote Frucht besonders lecker. Doch die niedrigen Temperaturen, Hagel sowie das regnerische Wetter haben mir dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Erst Ende Mai habe ich mich getraut, die Tomatenpflanzen ins Freie zu setzen und auch der Rest des Sommers war für Tomaten nicht optimal. Erst Ende Juli zeigte sich der Sommer von seiner schönen Seite, doch im Erntemonat Ende August wenig Sonne und viel Regen. Viel zu lange hingen die Tomaten an den Zweigen und wurden einfach nicht reif, viele platzten und vom Geschmack meilenweit entfernt von einer sonnengereiften Tomate, auch wenn sie auf den Bildern ganz gut aussehen. Als Hobbygärtner muss man das Jahr einfach abhacken.

Die Äpfel sind nicht aus meinem Garten, die hat mir eine Freundin geschenkt. Sie war Anfang September zu einem Kurzurlaub am Bodensee und hat mir die wunderschönen roten Äpfel mitgebracht. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch besonders lecker. Bei uns in der Gegend gab es erhebliche Schäden durch Spätfröste und deshalb die schlechteste Ernte seit 20 Jahren – so ein Landwirt in der Nachbarschaft. Am nächsten Wochenende findet in Bad Feilnbach der größte Apfelmarkt Bayerns statt. Mit über 200 Sorten von Äpfeln und Birnen aus dem größten Streuobst–Anbaugebiet rund um den Wendelstein, werden aber nicht nur Obst, sondern auch selbstgemachte Marmeladen, Schnäpse und Liköre angeboten. Ein Besuch ist fest eingeplant, sofern es nicht in Strömen regnet, denn hier gibt es den besten Honig, Holzofenbrot, interessante Handwerkerkunst und vieles mehr.

Übrigens unsere Ballonfahrt ist nun zum fünften Mal wegen schlechter Witterung abgesagt und sollte die Fahrt in den nächsten Tagen nicht spontan über die Bühne gegen, schieben wir das Ganze einfach auf das nächste Jahr.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!