Ostern auf Gran Canaria

Viele Jahre haben meine Tochter und ich die Osterferien auf Gran Canaria verbracht.

Zwei Wochen dem kalten Bayern entfliehen und einen herrlichen Badeurlaub auf der Insel verbringen, das war unser Ziel. Was wir nicht wussten, war, dass Ostern das wichtigste Fest im streng katholischen Spanien ist. In der Woche vor Ostern – der Semana Santa -herrschte „Ausnahmezustand“ wie wir ihn ihn Deutschland zwischen Weihnachten und Neujahr kennen. Die meisten Spanier haben in der heiligen Woche Urlaub, die Schulen Ferien und das Alltagsleben stehe im Zeichen der religiösen Traditionen. Osterhasen und Schokoeier sucht man hier vergebens – ausser in den grossen Hotels – wo überwiegend Urlauber aus Deutschland die Ferien verbringen.

Stattdessen kann man selbst in den kleinsten Orten zwischen Palmsonntag und Ostersonntag, kaum einen Schritt tun, ohne in eine Prozession zu laufen, die ich bei uns nur an Fronleichnam kenne. Am Ostersonntag ist die grosse Prozession in der Hauptstadt Las Palmas und tausende Gläubige ziehen mit einer lebensgrossen Statue von Jesus mit Esel durch die Altstadt. Dabei tragen sie Bündel von Eukalytuszweigen mit sich, die als Zeichen der Hoffnung geweiht werden und später im Haus angebracht werden, zum Schutz vor Krankheiten.

Zum Abschluss der Semana Santa gönnen sich viele Familien ein ausgedehntes Festmahl. Auf den Tisch kommt der Jahreszeit entsprechend, zum Beispiel Lammfleisch, aber auch Stockfisch und Robiols, (gefüllte Teigtaschen). Natürlich dürfen die Papas Arrugades – die Runzelkartoffel nicht fehlen. Dies sind kleine und besonders stärkehaltige kanarische Kartoffel die mit ihrer Schale in reichlich Meerwasser gekocht und dann mit einer scharfen Mojo Sauce gereicht werden.

Anders als bei uns ist in Spanien bereits am Gründonnerstag ein Feiertag, dafür gibt es den Ostermontag in Spanien nicht. Ob nun an Ostern oder zu einem anderen Zeitpunkt – ich war immer gerne auf „meiner Insel“.