Sonntagsfrühstück, 21. Juni

Einen wunderschönen guten Morgen !

Die Corona Pandemie hat unendliche Spuren hinterlassen und viele stellen sich jetzt die Frage – wird die Welt sich gross verändern oder vielleicht sogar besser werden? Wir haben alle keinen blassen Schimmer, wie die nächsten Monate oder Jahre aussehen werden, aber soviel ist sicher – vermutlich wird es nicht mehr wie vorher. Aber vorher war auch nicht alles in Ordnung!

Tausende Menschen sind an Covid-19 erkrankt und leider auch viele an der Lungenkrankheit verstorben, besonders ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Darüberhinaus die wirtschaftliche Folgen – Menschen verlieren ihren Job, ihre Existenzen sind bedroht und die Auswirkungen enorm. Corona ist für die Menschheit eine Katastrophe. Aber wird es nicht langsam an der Zeit, wieder optimistisch noch vorne zu blicken?

Die letzten Monate zeigten uns wie verwundbar die Gesellschaft ist und das ist Neu, echte Krisen kennen wir nur aus dem Kino und aus den Erzählungen der Grosseltern. Keiner dachte daran, dass wir aus unserem Schlaraffenland herausgerissen werden, dass die Globalisierung immer schneller und rasanter wird, dass das Leben für den Mensch und die Natur nicht ewig so weitergehen kann.

Wir merken wie wichtig Gesundheit, Gemeinschaft und ein gut funktionierender Staat ist, denn wir sitzen alle im gleichen Boot und es birgt auch eine sehr gute Chance an dem Miteinander festzuhalten und anzuknüpfen. Es zeigt sich eine neue Form von Respekt und Solidarität gegenüber den systemrelevanten Berufen, die in Zukunft hoffentlich ein angemessenes Gehalt erhalten, denn von einem Lächeln und Applaus können sie nicht leben.

Es hört sich verwirrend an, aber das Ökosystem profitiert von der Krise, Delfine in Venedig und die Luft über China war seit Jahren nicht so gut wie jetzt. Die Natur findet ihren Weg zurück in die Menschheit, das Ausbleiben des Berufsverkehr und Luftfahrt macht sich deutlich bemerkbar. Eine alte Schulfreundin, die nahe der Einflugschneise am Münchner Flughafen wohnt, meinte sie geniesse die Lärmpause. Dort wo gewöhnlich im Minutentakt die landenden Jets über die Häuser donnern, hört man plötzlich wieder die Vögel zwitschern. Ein ganz neues Lebensgefühl, was aber auch ihren Schatten hat, denn ihr Mann, der am Flughafen arbeitet ist in Kurzarbeit. Das Leben auf dem Planeten legte eine Pause ein, die Treibhausgase verschwinden in der Luft und die Erde darf sich erholen. Ein Umdenken muss stattfinden – anstatt Kurzstreckenflüge lieber die Bahn benutzen, für eine Urlaubsreise nicht mehr um die halbe Welt jetten und auch das Auto darf öfter in der Garage stehen bleiben, mein Radl wurde gerade „generalüberholt“.

Wünsche euch einen sonnigen, vielleicht sogar autofreien Sonntag!