Einen wunderschönen guten Morgen!
Die Schublade geht nicht mehr zu, im Keller stapelt sich Gerümpel und der Kleiderschrank quillt über. Bei meinem Frühjahrsputz habe ich auch angefangen auszumisten und hinterher war es ein befreiendes Gefühl.
Das Schwerste war für mich eigentlich der erste Schritt – aufraffen und anfangen sich von Dingen zu trennen, die man nicht mehr braucht oder die nicht mehr passen. Im Badezimmer-Schrank habe ich radikal aussortiert und nur das behalten, was ich ständig und auch gerne nutze. Im Kleiderschrank war es dann schon schwieriger. Ich habe so viele Pullover, Blazer und Blusen gefunden, die ich bestimmt seit einem Jahr nicht mehr getragen habe. Bei dicken Pullover denke ich oft, der ist für den Stall noch gut genug, doch auch hier liegt ein großer Stapel, dass ich die ganze Stallgemeinschaft ausstatten könnte. Welche Kleidungsstücke bleiben dürfen und welche gehen müssen, ist mitunter keine leichte Entscheidung, doch alles was nicht mehr passt, gefällt, weil es zu groß oder zu klein geworden ist, muss weg. Auch Kleider mit sentimentalem Wert, wenn sie nicht mehr getragen werden, können ohne schlechten Gewissen in den Sack. Nur weil ein Kleid teuer war, hat es keine Daseinsberechtigung im Schrank, wenn man sich darin nicht mehr wohlfühlt. Ein aufgeräumter Kleiderschrank hat immer einen positiven Effekt, es macht wieder Spaß die Kleiderschrank-Türen zu öffnen, die Wahl am Morgen fällt leichter, wenn überflüssige Dinge nicht die Sicht versperren.
Meine Mutter meinte einmal „Bücher wirft man nicht weg“. Doch ganz realistisch – welches Buch würde man zweimal lesen? Es sind die wenigsten! So habe ich gut 40 Bücher unserer Bücherei im Dorf gespendet und weitere in die Tonne geworfen. Nur meine wirklichen Lieblingsbücher stehen noch im Regal und ich weiß bei jedem einzelnen Buch davon, warum ich es behalten wollte. Endlich konnte ich mich auch überwinden die letzten High Heels zu entsorgen – auch wenn‚s schwerfällt, denn was chic aussieht, geht leider auf Kosten der Fußgesundheit. Das gute, alte Nokia Handy funktioniert wahrscheinlich noch in 30 Jahren, doch benutzen werde ich es bestimmt nicht mehr, genauso wie die drei anderen Modelle, die noch in der Kiste liegen – also ab in den Wertstoffhof. Inzwischen kenne ich die Öffnungszeiten unseres Wertstoffhofs auswendig und brauche nicht mehr nachzusehen und prompt meinte der Arbeiter dort – „auch schon wieder da“ 🙂 Ein kleiner Tipp – Wer wirklich ausmisten möchte: Trenne dich sofort von den Dingen. Fang nicht an, es im Keller oder Dachboden zu horten oder hoffen, dass es jemand kauft. Zettel aushängen mit dem Hinweis „zu verschenken“ mag in der Stadt funktionieren, hier im Dorf bleibt man darauf sitzen.
Künftig sende ich Online-Bestellungen erst einen Tag später ab und schlafe eine Nacht mit gefülltem Warenkorb und frage mich dann, ob ich es wirklich brauche und haben muss. Fahre ich zum „Schweden“ oder ins Gartencenter – nur noch mit einer Einkaufsliste, an die ich mich halten werde. Bei Klamotten wird regelmäßig aussortiert und weniger, dafür gezielter gekauft. Ausmisten ist nicht nur gut um Ordnung in den eigenen vier Wänden zu schaffen und Ballast abzuwerfen, es kann auch regelrecht befreiend sein.
Wünsche euch einen wunderschönen Sonntag!