Sonntagsfrühstück, 14.September

Einen wunderschönen guten Morgen!

Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks gehört in Deutschland mit zu den häufigsten Eingriffen. Nach meinem Sturz und Bruch des Oberschenkelhals wurde mir am 30.Juli ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Nach Operation und anschliessender Reha geht es mir ganz gut und ich kann den Alltag Zuhause schon im grossen und ganzen alleine meistern.

In der Regel ist so ein Knochenbruch bei Menschen über 60 die Folge von einem Sturz und einer verringerten Knochenstabilität, was man Osteoporose nennt, Das Ausmass der Osteoporose wird mit einem Knochendichte Messgerät – mit schwachen Röntgenstrahlen gemessen. Das die Knochendichte abnimmt ist normal, bei Osteoporose passiert das aber zu schnell. Das Knochengewebe wird zunehmend poröser und damit instabiler. Oft reichen schon geringe Belastungen aus und der Knochen bricht. Die Knochendichte ist genetisch bestimmt und wenn in der Familie Osteoporose vorkommt sollte das verstärkt kontrolliert werden. Für stärkere Knochen braucht es eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse. Dazu: Kalzium und das steckt zum Beispiel in Milchprodukten. Zudem benötigt der Körper Vitamin D, was ich jetzt in Tablettenform einnehme.

Mir war klar, dass es mit einer dreiwöchige Reha nicht getan ist und so setzte ich jetzt das tägliche Training Zuhause fort, um wieder richtig mobil und sicher zu werden. Tipps von den Therapeuten der Klinik zur Krankengymnastik waren mir eine grosse Hilfe, dazu Lymphdrainage und Physiotherapie 2x wöchentlich. Mein Ergometer steht nun wieder im Wohnzimmer und täglich strample ich zwischen 20 und 30 Minuten. Wichtig ist regelmässige Bewegung, denn wenn Knochen und Muskeln nicht beansprucht werden, bauen sie ab. Man muss schon intensiv trainieren, denn ohne geht es nicht. Und das heisst auch Muskelkater !!

Nach einer Luxation am 14.August muss ich die Hüftgelenkorthese noch bis Ende Oktober/Anfang November tragen. Sie dient dazu eine erneute Luxation zu verhindern und den Heilungsprozess zu fördern. Sie fixiert das Gelenk, reduziert den Druck und hilft das Gelenk in einer sicheren Position zu halten bis die Muskulatur und das Gewebe sich stabilisiert zu haben. Anfangs hatte ich grosse Probleme, vor allem beim Schlafen. Doch inzwischen habe ich mich sehr gut an die Hüftgelenkorthese gewöhnt und lege sie nur zum Duschen ab.

Heilung ist ein langer Prozess und es lohnt sich geduldig zu bleiben, Auch wenn ich selbst am liebsten immer alles sofort und gleich hätte. Es geht nicht immer Bergauf – es gibt auch Rückschläge, Tage voller Zweifel und neuen Herausforderungen. Manchmal wünschte ich mir es würde schneller gehen, schneller heilen. Doch das Einzige was heilt ist die Zeit und die kleinen Erfolge zwischendurch. Zum Glück habe ich grosse Unterstützung durch meine Familie und meinem Freundeskreis, bin motiviert und möchte wieder das normale Leben führen. Eine künstliche Hüfte ist kein Weltuntergang, das kann man bewältigen. Wichtig ist nur, dass man den Mut nicht verliert.

Wünsche euch einen schönen Sonntag und bleibt gesund!