Einen wunderschönen guten Morgen!
Kaum zu glauben – wir haben schon August und noch ist Hochsommer, heiss und trocken – wieder ein Gartenjahr mit Hochs und Tiefs. Gerade im April und Anfang Mai haben frostige Nächte der Natur zugesetzt und die Gartenarbeit musste immer wieder verschoben werden. Dafür extrem heisse Tage im Juni und Juli, mit Temperaturen von über 33 Grad und auch der August soll heiss bleiben. Das hat vor allem dem Rasen schwer zugesetzt und im Moment ist er eher ein „brauner Acker“, nicht schön anzusehen. Ein paar Tage Landregen würden dem Rasen guttun. Die Gewitter in der letzten Wochen werden wohl nicht ausreichen.
Hohe Temperaturen sind nicht nur für uns Menschen anstrengend, sondern auch für Pflanzen ein Kraftakt. Wir können uns im See oder in der Dusche abkühlen, mehr trinken. Pflanzen können über ihre Wurzeln hingegen in längeren Trockenzeiten nicht mehr genügend Wasser aufnehmen, da der Boden schlichtweg austrocknet. Daher heisst es jetzt – viel giessen.
Im August steht der Garten in voller Pracht, viele Pflanzen blühen noch oder wieder. Doch leider haben auch Schädlinge jetzt Hochsaison. Mehltau kann zum Problem werden und insbesondere vom echten Mehltau befallene Blätter, Blüten oder Knospen müssen entfernt und im Hausmüll entsorgt werden, damit sich die Sporen nicht verbreiten. Mit einer Milch Mischung zum Besprühen (keine H-Milch) in einem Verhältnis von 1:8 habe ich gute Erfahrungen gemacht. Am besten an einem bewölkten Tag oder am Abend.
Durch das Entfernen von verblühten Blüten regt man die neue Blüte bei Sommerblumen, wie zum Beispiel Petunien, Geranien und Cosmea an. Bewässerung ist jetzt das A und O – für die Pflanzenwelt. Hitzewellen stellen Pflanzen, ob Zier- oder Nutzgarten vor grossen Herausforderungen. Sie leiden unter Wärme und Trockenheit, verbunden mit stärkerer Verdunstung. Hinzu kommt, dass die starke UV Strahlung schnell zu einem Sonnenbrand auf Blätter führen kann. Wirksam ist das Mulchen, wo der Boden mit organischem Material bedeckt wird. Das kann Stroh sein, aber auch unreifer Kompost und sogar angetrockneter Rasenschnitt. Das bringt nicht nur Nährstoffe in den Boden, sondern kühlt und mindert die Verdunstung deutlich. Gegossen wird am besten am frühen Morgen oder spät Abends, durchdringend und reichlich. Nur so erreicht das Wasser auch tatsächlich die Wurzeln der Pflanzen. Bevor ich zur Giesskanne greife, mache ich die Probe mit dem Finger. Fühlt sich die Erde trocken an wird gegossen. Ist der Boden noch feucht, lasse ich die Kanne stehen, denn dauerhafte Feuchtigkeit ist für die Pflanze ebenso schädlich wie dauerhafte Trockenheit.
Wenn die Sonne im August unermüdlich scheint, haben nicht nur Freibäder Hochsaison. Auch der Hobbygärtner hat genug zu tun. Viele Gemüsesorten wie Tomaten, Salatgurken, Zucchini, Paprika und Peperoni können geerntet und verarbeitet werden. Schnittlauch, Petersilie und Basilikum wachsen wie Unkraut und was nicht verbraucht wird, wird klein geschnitten und für die kalten Monate eingefroren. Wer ein freies Hochbeet hat kann im August noch Gemüsesorten mit einer kurzen Vegetationszeit anbauen. Also Sorten die schnell wachsen und bis zum ersten Kälteeinbruch ausgereift sind. Dazu zählen Feldsalat, Kohlrabi, Spinat oder auch Radieschen. Ideal ist ein nicht ganz so heisser Tag – am besten nach einem Regenschauer. Dann ist der Boden kühl und feucht. Geht die Hitzewelle weiter, sollte am Tag vor der geplanten Aussaat ausgiebig gewässert werden.
Heute ist in meinem Garten Ruhetag, denn auch der Liegestuhl möchte benutzt werden. Auch Hobbygärtner haben sich eine Pause verdient.
Wünsche euch einen schönen Sonntag!