Früher & Heute

War früher wirklich alles besser?

Diese Frage stellt sich jeder einmal im Leben, der eine früher, der andere später.  Der Lauf der Zeit bringt es mit sich, dass wir uns in nostalgischen Momenten hinreissen lassen, das wirklich zu glauben und die Vergangenheit zu idealisieren. Unsere Generationen können sich noch ein Leben ohne Smartphone gar ohne Telefonanschluss erinnern. In Zeiten, in denen ein Auto Luxusprodukt war und das Fernsehbild in schwarz weiß flimmerte. Schwarzweiß Bilder von früher erinnern uns auch daran wie kostbar es war, Momente in Bilder einzufangen. Wie rasant die Technik uns eingenommen hat muss ich selbst sehr oft feststellen wenn mir Begriffe um die Ohren fliegen die ich noch nicht gehört habe. Trotzdem gehöre auch ich zu denjenigen die auf das Smartphone, Farbfernsehen und ein Auto nur ungern verzichten würden. Es ist oft harte Arbeit am Puls der Zeit zu bleiben aber es lohnt sich. Der Luxus dabei ist, dass man freie Auswahl hat was man nutzen möchte und was nicht. Früher war das eine Frage des Geldes und vieles gab es schlichtweg noch nicht.

 

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Zur Kommunikation privat oder im Beruf haben wir Briefe und später Faxe geschickt, telefoniert oder persönlich gesprochen. All die neuen Tools die es heute gibt sollen uns helfen schneller, effizienter und stets vernetzt zu sein.  Was es uns aber nimmt, ist die Freiheit auch mal Zeit zu haben, nicht erreichbar und online zu sein. Ich finde es beängstigend wie abhängig wir heute von diesen Dingen sind. Wer nicht ständig online ist, hat das Gefühl etwas zu verpassen. Das Smartphone alleine war nur der erste Schritt, unterwegs telefonieren, später SMS schreiben. Heute mit all den Kommunikationstools, Netzwerken und natürlich dem Internet selbst, wird man ständig in die Versuchung geführt nur mal kurz zu „checken“ was so los ist.

Vor kurzem war ich mit einigen Freundinnen beim Abendessen in einem neuen schicken Restaurant, sehr gemischtes Publikum, jung und alt. Es war ein sehr schöner Abend und wir haben uns stundenlang unterhalten. Dennoch fühlte ich mich fast ein wenig deplatziert , denn um mich herum schienen die Menschen mehr mit ihren Smartphones zu kommunizieren als mit ihrem Gegenüber. Ist es schon soweit gekommen?

Ich befürchte wir müssen uns die Freiheit bewusst zurück nehmen. Viele Menschen sind beruflich mittlerweile 7 Tage und 24 Stunden erreichbar. Beruf und Freizeit verschwimmen zunehmend. Der einfachste Tipp hier wäre das Smartphone einfach auszuschalten, wenn man Feierabend macht. Aber gibt es das überhaupt noch? Es wäre wohl zu banal und auch nicht bequem. Früher mussten viele, wenn sie auf eine wichtige Nachricht warten im Büro verweilen, heute spielt das keine Rolle mehr. Auch eine Art Freiheit – sein Büro mit nach Hause nehmen zu können. Also immer erreichbar -ohne wenn und aber? Ich denke hier muss jeder seinen eigenen Weg finden, es gehört viel Konsequenz dazu komplett offline zu gehen, wenn man vielseitig interessiert ist und die Tools beruflich wie privat gerne und regelmäßig nutzt. Ich persönlich versuche zu sondieren nach Wichtigkeit und Interesse. Woran ich mich gerade versuche ist im „Hier und Jetzt“ zu sein. Das fällt mir schwerer als ich dachte, all die Ablenkungen und Eindrücke lassen das Gedankenkarussell nur selten an dem Ort, der Zeit und mit den Menschen die gerade da sind verweilen. Übung und bewusst machen helfen aber dabei. Mich immer wieder zurück holen klappt schon ganz gut, sollte aber irgendwann automatisch passieren. Früher war sicher nicht alles besser, unser Leben ist viel komfortabler geworden, wir sind unabhängiger und können problemlos von hier nach dort fliegen, wenn wir möchten. Was jedoch abhanden gekommen ist, sind die schönen Momente wirklich zu erleben.