Begeistert & Working Equitation

Mitfiebern

Working Equitation war mir bisher nur von Erzählungen und durch eine kurze Showeinlage beim letztjährigen Pferdefestival auf Gut Ising ein Begriff. Seit heute bin ich begeisterter Fan. Wie ich jetzt weis, wächst die Fan-Gemeinde von Working Equitation enorm und damit natürlich auch das allgemeine Interesse und die Anzahl der Turniere und Veranstaltungen. Bei uns in der Nähe wurde in den letzten Tagen ein Turnier auf dem Gelände des El Rocio Chiemsee veranstaltet.

Bereits gestern waren wir dort und so konnte ich kurz in die Dressur Prüfungen rein schnuppern. Heute jedoch wurde ich beim Speed Trail von der Begeisterung angesteckt. Pferd und Reiter müssen dabei in vollem Tempo einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen überwinden. turnier7Die Zeit zählt – und das war zu spüren. Hier haben die Hindernisse wenig mit Springen zu tun. Ein kleiner Sprung ist zwar Teil des Parcour, jedoch liegt die Schwierigkeit in anderen Dingen, wie z.B. enge Tonnen die im Galopp durchritten werden sollen, eine Brücke, Seitwärts über eine Stange und dann natürlich ein Gatter das geöffnet und nach dem Durchreiten wieder geschlossen werden muss. Einfach toll. Hier sieht man wie Reiter und Pferd wirklich harmonieren. Bei den niedrigen Klassen wird mit zwei Händen geritten, die Profis reiten auch den Speed Trail einhändig. Hier wird man richtig neidisch. Bei einigen Reitern konnte ich kaum eine Einwirkung sehen, das Pferd lief scheinbar von selbst den korrekten Weg durch den Parcours. turnier6.jpgDie Schnelligkeit und Präzision haben mich derart begeistert, dass ich gar nicht genug bekommen konnte. Nicht zu vergessen die Pferde. Beim Working Equitation findet man Pferde aller Rassen. Von den typischen spanischen, portugiesischen und argentinischen Rassen bis hin zu Friesen, Quarter Horstes, Warmblütern, Ponies und sogar Kaltblutpferden. Eine Reitweise die scheinbar keine Pferderasse ausgrenzt, wenn die körperlichen Vorraussetzungen gegeben sind. Das ist sehr sympathisch. Was mir auch ganz besonders gefallen hat war die Turnierkleidung der Reiter. Weisse Reithosen und Sakko, eigentlich die Uniform der Turnierreiter sucht man hier vergeblich. Da die Reitweise von der Arbeitsreitweise abstammt, tragen die Reiter entsprechende Outfits. Man findet hier alles, schwarze Hose mit weissem Hemd und schicker Weste, beige Reithose mit kariertem Blazer und passender Schiebermütze oder schickem Hut. Toll. Auch Outfittechnisch bin ich im Worker-Fieber. Aber ich muss ja erst mal meine Basics lernen.

Hier hat aber nicht nur der Sport überzeugt, die Anlage ist ein Traum und die Atmosphäre war wirklich kaum zu toppen. Man merkt, dass diese Sparte der Reiterei noch sehr jung und „natürlich“ ist. Es wird geholfen, mitgefiebert, Erfahrungen und Tips geteilt. Es ist schön zu sehen, wenn das Wohl von Pferd und Reiter sowie nicht zu letzt der Spaß im Vordergrund stehen.

turnier9Wie beim Polo, wurden die Zuschauer nach der Prüfung gebeten alle den Parcours zu betreten und dabei zu helfen den Boden wieder in Ordnung zu bringen.

 

 

 

turnier12.jpgDie Anlage war mir schon von einigen Videos mit Gerd Heuschmann ein Begriff. Vor allem die eindrucksvolle Reithalle erkannte ich gleich wieder. Hier zu reiten ist bestimmt ein Traum, lichtdurchflutet und hell, mit vielen Spiegeln die mir verdeutlichen würden was ich noch alles lernen muss oder kann. Natürlich gab es auch einen Bereich an dem man essen und einkaufen konnte. Das darf heute bei keiner Veranstaltung mehr fehlen. So konnten wir bei strahlenden Sonnenschein nach der Speed Trail Prüfung noch Kaffee und Kuchen genießen.

 

Zum Glück gab es die Worker-Kleidung nicht in meiner Größe, sonst hätte ich heute bestimmt nicht widerstehen können.

Alles in Allem ein toller Tag, mit neuen Eindrücken und Begeisterung, bin schon dabei neue Turniertermine rauszusuchen.

Aufgrund der ständig wechselnden Wetterverhältnisse sind meine Fotos heute miserabel geworden. Ich möchte es trotzdem nicht missen, ein paar Eindrücke mit euch zu teilen.