So sind wir auf den Hund gekommen

Happy Birthday „alte“ Dame!

Nachdem unsere erster Hündin Nicky, ein wunderschöner schwarzer Setter-Mischling, aufgrund einer schweren Arthrose eingeschläfert werden musste, war für mich klar – es gibt keinen Nachfolger. Zuviel Schmutz, ein zu grosser Zeitaufwand und es muss immer jemand Zuhause sein.

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Es war ruhig im Haus, alle trauerten noch um Nicky, meiner Mutter fehlte die Begleitung bei ihren täglichen Spaziergängen  und mir die Begrüßung wenn ich nach Feierabend nach Hause kam. Meine Tochter fing nun an, im Internet zu recherchieren, fragte bei Züchter und in Tierheimen an.  Einige Zeit später meinte sie, wir müssten noch dringend nach Prien fahren – den Grund nannten wir meiner Mutter nicht, ich hatte meine Meinung überdacht, aber meine Mutter musste noch überzeugt werden. In einem schicken Haus wurden wir bereits erwartet und langsam erahnte meine Mutter unseren Plan.  In einem Zimmer war ein grosser Laufstall in dem 8 Welpen an der Mutter saugten und fröhlich durch die Gegend tapsten.

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Die Züchterin erzählte uns ein wenig von der Rasse Tibet-Terrier und wie sie zu den Hunden kam, dass Tibet-Terrier Familienhunde sind, was mir sehr wichtig ist. Als sie den Laufstall öffnete, wurden wir gleich stürmisch und mit einem grossen Hallo begrüsst – bis auf Lilli, die Kleinste im Wurf, sie  kratzte an meinem Bein und als ich sie auf meinem Schoss nahm,  rollte sie sich ein wie eine Schnecke, leckte meine Hand, verdrehte die Auge und schlief sofort ein. Süss waren alle, ein Mädchen hieß Pünktchen, war weiss und hatte unzählige schwarze Punkte, fast wie ein Dalmatiner. Eigentlich war  aber schon klar wer mein Herz gebrochen hatte, die kleine schwarze Lili, mit ihren weißen Pfoten.

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Eine Woche später, an einem Donnerstag brachte die Züchterin persönlich die kleine Lili, und ab dem Zeitpunkt waren wir im Welpen-Eltern Modus. Hatten unruhige und schlaflose Nächte und ständig am Kacke und Pippi putzen, denn „fast Stubenrein“ ist eben nur „fast Stubenrein“.  Die erste Nacht verbrachte sie gleich bei mir im Bett und am Morgen stellte ich einige feuchte Stellen fest. Lili brauchte viel Nähe (was auch heute noch so ist) und wir wurden auf Schritt und Tritt verfolgt. Nach ein paar Wochen habe ich mich für eine Hundeschule entschieden, denn die Erziehung mit dem kleinen Wildfang wollte nicht so recht klappen. Tagsüber war Lili in der Obhut bei meiner Mutter, die sie gut und gerne verwöhnte, was heißt wenn Lili nicht mag, dann muss sie auch nicht. Der Spaziergang war eine Herausforderung, an der Leine wurde gezogen, mal links, mal rechts, bei Fuss verstand sie nicht oder wollte es nicht verstehen. Gut, dass es bei uns noch Wege gibt, wo man einen Hund ableinen kann und Lili konnte sich nach Lust und Laune auslaufen. Was ihr auch heute noch große Freunde bereitet. Gefährlich wird es allerdings wenn Lili ihren Jagdtrieb bekommt, sie jagt dann schon mal einen Hasen  oder schlimmstenfalls den Hühnern von einem Bauern ganz in unserer Nähe. Ob Lili das kleine Huhn nun todgebissen hat, oder ob das Huhn vor Schreck einen Herzanfall hatte kann ich nicht beurteilen, gekostet hat mich der Spass jedoch 30 Euro. Seit einiger Zeit hat Lili eine neue Macke, schlüpft durch den Zaun – wo genau muss ich noch eruieren – und lässt ihr Geschäft beim Nachbarn. Nicht besonders schön, wenn man einen Anruft erhält, denn Lili ist bei frischer Tat ertappt worden.

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Als meine Mutter von 3 Jahren ins Altenheim ging, war es für Lili ein grosser Einschnitt, ihre geliebte Oma war nicht mehr da. Zum Glück konnte  ich Lili mit ins Heim nehmen, wenn ich Mama besuche und Lili hat sich in kurzer Zeit zum Liebling der Heimbewohner entwickelt. Die Besuche im Heim fehlen Lilli, viele Wochen stand sie um 14.00 Uhr vor mir und wenn sie sprechen könnte, würde sie sagen – wann fahren wir endlich!!

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Sobald ich mir die Schuhe anziehe, die Schüssel mit den Heucops vorbereite, weis Lili, jetzt geht es zum Stall. Lili hat auch keine Angst vor grossen Pferden, schlüpft schon mal zwischen den Pferdebeinen, durfte bei Rosii aus der Schüssel mit fressen, aber leider hat Lili noch nicht begriffen, das nicht alle Pferde so lieb sind.

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Am 4. August wird Lili nun schon 13 Jahre, für einen kleinen Hund ein beachtliches Alter. Sie ist ein klein wenig ruhiger, schläft viel, bleibt immer noch nicht alleine, aber beim Spaziergang immer noch der kleine Wildfang wie früher. Lili ist ein fester Bestandteil in unserer Familie und trotz ihrer Macken ist es für mich schwer vorstellbar, wenn sie einmal nicht mehr da sein sollte.