Sonntagsfrühstück 12. Mai

Einen wunderschönen guten Morgen!

Wenn die Rosen im Blumengeschäft fast das Doppelte kosten, in Kindergärten fieberhaft gebastelt wird und in Geschäften ein gigantisches Sortiment an Schokolade und Parfüm aufbietet – dann ist Muttertag. Und verlässlich am zweiten Mai Sonntag spalten sich die Meinungen über diesen Tag und während die einen es mit Hingabe tun, ignorieren mittlerweile viele diesen Tag. Dass jedoch viele Standhafte schwach werden, habe ich gestern bei meiner Floristin gesehen. Ihr kleines Blumen Paradies war überfüllt und ich habe gleich wieder kehrt gemacht. Böse Zungen behaupten ja, der Tag sei eine Erfindung der Blumenhändler.

Schuld ist jedoch die Feministin Anna Jarvis, die 1907 in West Virginia den ersten Muttertag veranstaltete. 1914 verkündete der amerikanische Präsident Wilson, künftig den Tag „als öffentlichen Ausdruck für die Liebe und die Dankbarkeit zu feiern, die wir den Müttern unseres Landes entgegenbringen“. Der Muttertag schwappte dann schnell nach Europa und in Mexiko wird der Tag sogar zwei Tage lang gefeiert.

Der Gedanke dahinter ist eigentlich sehr schön, seiner Mutter zu sagen, dass sie die Beste ist. Aber ich denke – braucht es dazu einen besonderen Tag, kann ich das nicht das ganze Jahr über machen? Natürlich habe ich meine Mutter am Muttertag beschenkt, viel wichtiger war ihr jedoch, dass sich die Kinder Zeit genommen haben, der Frühstückstisch schön gedeckt war und wir zusammen einen wundervollen Tag hatten. Je älter meine Mutter wurde, desto häufiger kam der Spruch – spar dir lieber das Geld, ich brauche nichts mehr – lass uns schön essen gehen und sie lies es sich nicht nehmen das Essen für die Kinder selbst zu bezahlten. Ihr war nur wichtig, dass alle da sind. Ich persönlich brauche keinen Muttertag und möchte auch nicht im Scheinwerferlicht stehen. Natürlich freue ich mich über einen schönen Blumenstrauss, aber dafür muss nicht extra Muttertag sein und ein Drücker meiner Tochter die dann sagt „Mama, ich hab dich lieb“ ist für mich tausendmal schöner.

Was brauchen die Mütter heutzutage? Hier meine ich – gute Rahmenbedingungen um Familie und Job ohne Probleme vereinbaren zu können, Kinderbetreuungseinrichtungen, einen verlässlichen Partner der auch einen Teil der Hausarbeit übernimmt und nicht solche die ihnen nur am Muttertag das Frühstück ans Bett bringen. Und einen guten Arbeitgeber, der die Mütter fördert und vor allem fair bezahlt.

Für ein schönes Frühstück ist bei uns heute leider keine Zeit, denn wir haben Stalldienst. Eine Woche früher als geplant, denn wir haben mit einer Einstellerin getauscht, die am Wochenende ihre Mutter besuchen möchte und dafür bis nach Frankfurt reisen muss.

Ich wünsche alle Müttern einen wunderschönen Festtag und allem anderen einen schönen Sonntag.