Sonntagsfrühstück 08. September

Einen wunderschönen guten Morgen!

Navi statt Hirn! So mancher Autofahrer hat sich schon von seinem Navigationssystem in die Irre führen lassen. Besonders spektakuläre Fälle schaffen es sogar in die Medien und so landete ein älterer Herr anstatt in Bernau am Chiemsee, in Bernau im Schwarzwald, ein „kleiner“ Umweg von fast 400 km. Erwähnenswert ist auch eine Irrfahrt im Allgäu, die einen LKW Fahrer zwar nicht besonders weit brachte, dafür hatte sie teure Folgen.

Der Mann bog wegen seines Navi falsch ab und blieb in einer Eisenbrücke stecken, die dann auch noch einstürzte und der Schaden etwa 70.000 Euro anrichtete. Das weit verbreitete Klischee, dass Männer sich besser als Frauen orientieren können möchte ich hier nicht dokumentieren, den ich halte es einfach für falsch.

Aufgrund meines Jobs muss ich öfter zu Kunden und Strecken die ich einmal gefahren habe, könnte ich auch Blind bewältigen. Navigationsgeräte gehören heute fast schon zur Standardausstattung, jedoch nicht in meinem Auto. Meine Tochter hat in ihrem Wagen dieses putzige kleine Teil, das mit ihr spricht und über die Richtung die sie fahren möchte bestimmen will. So war es kürzlich als wir, mit Ortskenntnissen eine Tagesbaustelle umfahren mussten. „Bitte wenden“! „Bitte wenden“! Ein wenig fühlte ich mich der Technik überlegen und schaltete die nervige Stimme aus. Es ist ihr auch schon passiert, dass das Navi sie direkt in einen Stau leiten wollte, obwohl der Nachrichtensender einen Stau auf der Autobahn meldete. Ich verlasse mich lieber auf meinen Orientierungssinn, höre die aktuellen Verkehrsmeldungen im Radio.

Auch Pferde haben einen guten Orientierungssinn. Um wieder nach Hause zu finden, orientieren sie sich an den landschaftlichen Besonderheiten, an bereits ausgetretenen Pfaden und am Geruch. Unsere Islandstute Rosii wusste immer wo es heimwärts ging, die Richtung zum Stall war wie einprogrammiert, auch bei Dunkelheit.

Letzte Woche hatte ich einen Kundentermin und musste das Auto meiner Tochter nehmen. Seit Wochen ist unsere Stadt eine einzige Baustelle und bei der Heimfahrt wollte ich dem Berufsverkehr mit Hilfe des Navi ausweichen. Die vorgeschlagene Strecke wäre ich so wohl nie gefahren, aber das liebe Navi leitete mich zu einem Blumenfeld das ich noch nicht kannte. Fast vor der eigenen Haustüre – nur 6 km entfernt ein Feld mit wunderschönen Cosmea, Kornblumen und Glockenblumen. Ein Grund öfter mal einen Umweg zu fahren.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!