Sonntagsfrühstück, 23. Februar

Einen wunderschönen guten Morgen!

Alkohol wird in unserer Gesellschaft akzeptiert und ja, zum Teil sogar erwünscht. Ich erlebe es immer wieder, also wenn ich bewusst kein Gläschen möchte, mit nur selten Verständnis entgegengebracht wird.

Was du trinkst nicht? Wer sich für Nichttrinken entscheidet, braucht gefälligst einen triftigen Grund dafür. Ansonsten wird man oft als Spielverderber bezeichnet oder zumindest schief angeschaut. Das geht machmal soweit das ich mir scheinheilige Ausreden einfallen lasse. Ich nehme Antibiotika oder fühle mich erkältet. Alkoholkonsum gehört zum guten Ton. Dabei kenne ich die Vorteile, nüchtern betrachtet eines Abends ohne Alkohol. Aufwachen mit klarem Kopf statt pochendem Kopfschmerz, keine Übelkeit und einen schlechten Magen.

Ganz zu schweigen vom gesundheitlichen Widerspruch, morgens Walken und abends Gläserweise Alkohol in sich reinschütten. Wann ich das letzte Mal richtig „betrunken“ war, daran kann ich mich nicht erinnern und in den letzten Jahren musste ich feststellen, dass ich Alkohol zunehmend schlecht vertrage, oft reicht ein Glas Wein oder Prosecco aus. In meiner Jugend spielte Alkohol noch eine wichtige Rolle. Partys fanden am Freitag oder Samstag statt und das Wort „Kater“ war im Zusammenhang mit einer durchzechten Nacht noch ein Fremdwort. Auch später wurden bei den Mädchen-Stammtische noch ausgiebig gefeiert und auch viel getrunken.

Je älter ich werde, desto grösser wird meine Abneigung gegen Alkohol. Heute habe ich kein Problem die Taxifahrerin zu sein. Erst kürzlich war ich auf einer Geburtstagsfeier die natürlich mit reichlich Champagner gefeiert wurde. Ein Gläschen davon und ich stieg auf Wasser um. Augenzwinkern meinte eine Bekannte „ist alles in Ordnung – nur Wasser?“ Ja nur Wasser und ich blieb den ganzen Abend dabei. Es gehört mittlerweile schon zum guten Ton auf alles anzustossen – auf den Tag, auf die Nacht, auf das Wetter! „Wir können gerne anstossen, jedoch bleibe ich bei der Saftschorle“ Was!!! Keinen Alkohol!!

Das soll jedoch nicht heissen, dass ich Menschen, die mal einen über den Durst trinken verteufle. Auch ich will mein Leben geniessen und natürlich trinke ich im Biergarten gerne eine Radler, auf einer Party ein Glas Champagner, zu einem Menü auch mal ein Glas Wein oder am Stall-Stammtisch einen Glühwein. Mir macht feiern auch ohne Alkohol sogar richtig Spass. Zum Beispiel weil man beim Tanzen länger fit ist, während die Beschwipsten um einen herum bereits ins Wanken geraten.

„Prost“ auf die neue Klarheit!!!