Sonntagsfrühstück, 17. Mai

Einen wunderschönen guten Morgen!

Gestern nachmittag war es wieder soweit ! Die Weidesaison für die Pferde hat begonnen. Ab in die Freiheit, das Sommerabenteuer auf unserer Alm das im jährlichen Wechsel – ein Jahr Stuten, ein Jahr Wallache – einfach Luxus für die Pferde bedeutet. Dort bleiben sie nun, meist bis Mitte Oktober, sofern das Wetter hält. Einziger Nachteil, der ein wenig mehr Zeitaufwand bedeutet, dass wir Una zuerst von der Alm holen müssen um Reiten zu können.

Bereits Anfang April haben wir angefangen, Una täglich an der Hand grasen zu lassen. Zunächst nur ein paar Minuten, später bis zu einer halben Stunde. Ab Mitte April durften die Pferde dann gemeinsam auf eine angrenzende Wiese, was von einer Stunde bis zu 4 Stunden täglich langsam gesteigert wurde. Die Anweidesaison beläuft sich auf ca. 4-5 Wochen, so lange brauchen Darmbakterien für die Futterumstellung. Für den Pferdedarm ist es besonders wichtig, dass die Umstellung von dem rohfaserreichen Futter im Winter, auf das junge Frühlingsgras nicht abrupt geschieht, denn sonst drohen Durchfall, Kotwasser, schlimmstenfalls Kolik oder auch Hufrehe. Gerade bei Pferde die schon einmal Hufrehe, EMS oder Cushing hatten, ist besondere Vorsicht geboten und meine Tochter hat jedes Jahr ein mulmiges Gefühl. Das junge Gras ist sehr reich an Eiweiss und Kohlehydrate (Fruktan und Zucker), was den Stoffwechsel der Pferde belastet. Vorsicht ist dann besonders nach kalten Nächten geboten, denn dann ist der Fruktangehalt im Gras besonders hoch.

Hufrehe ist neben der Kolik die meist gefürchteste Pferdekrankheit und wer das – wie wir – schon einmal mitgemacht hat, ist besonders Aufmerksam bei der Futterumstellung.

Jedoch ist es Jahr für Jahr eine Freude, wie ausgelassen und glücklich die Pferde sind, wenn sie auf die Sommerweide dürfen. Aber jetzt heisst es tägliche Bewegung, damit aus den Hüftröllchen keine Hüftrollen werden, denn ein dickes Pferd ist immer anfälliger für Krankheiten. Gestern Nachmittag wurden die Pferde auf die Alm gebracht – natürlich mit sicheren Abstand und Mundschutz. Auch wenn die Massnahmen wegen Corona etwas gelockert wurden, das gemütliche Beisammensein nach dem Almauftrieb mit Brotzeit und Bier, wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Jetzt werde ich erst einmal in aller Ruhe frühstücken und wenn es das Wetter es zulässt, ein wenig im Garten arbeiten. Am Nachmittag werde ich mit Lilli zur Sommerweide fahren, um nachzusehen ob sich der „Taillenumfang“ bei Una schon geändert hat und sofort mit dem Sommerprogramm beginnen. Durch das tägliche Training meiner Tochter, während der Home-Office-Zeit hat Una eine tolle Figur und das wollen wir auch im Sommer beibehalten.

Wünsche euch einen schönen und hoffentlich sonnigen Sonntag!