Sonntagsfrühstück, 12.November

Einen wunderschönen guten Morgen!

Wie jedes Jahr wundere ich mich, wie schnell die Umstellung der Jahreszeiten oft geht. Gerade habe ich noch die milden und goldenen Herbsttage auf meiner Terrasse genossen, jetzt fühlt es sich schon fast winterlich an. Nass und Kalt ist es geworden, nicht gerade einladend vor die Türe zu gehen. Doch ich darf nicht klagen, wir hatten wunderschöne, ja sogar fast sommerliche Herbsttage.

 

Doch so langsam spürt man, dass der Winter nicht mehr weit ist oder wie mein Nachbar immer sagt, er kann ihn schon riechen. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich sehr viele Winterfreunde, die sich bereits im September auf Schnee freuen. Während sich manche Menschen (zu denen ich auch gehöre) von November bis März am liebsten unter der Bettdecke verkriechen würden, können es andere kaum erwarten durch die verschneite Landschaft zu stapfen oder im Pulverschnee erste Schwünge zu ziehen. So ganz nachvollziehen kann ich das nicht, doch jammern hilft auch nicht, der Winter hat noch nicht einmal begonnen. Doch ich freue mich auf die Adventszeit, denn in den paar Wochen vor Weihnachten passt die Dunkelheit und Schnee sieht im Lichterglanz auch sehr schön aus. Nach Neujahr darf dann der Frühling einziehen 🙂

Dabei wäre Schnee für unsere Region sehr wichtig, die letzten Jahre gab es messbar weniger. “Leise rieselt der Schnee” – der Wunschgedanke für unseren Tourismus, der unter dem Schneemangel sehr leidet. Die Bergwelt hier im Süden Deutschlands ist vom Klimawandel besonders betroffen, die Durchschnittstemperatur ist angestiegen, schneller wie im globalen Durchschnitt. Letztes Jahr an Hl. Abend hatten wir frühlingshafte 16 Grad, was für unsere kleine Weihnachtsfeier am Stall sehr angenehm war, für die Jahreszeit jedoch sehr ungewöhnlich. An weisse Weihnachten mit klirrender Kälte kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Denke der Klimawandel verändert unsere Jahreszeiten, die früher etwas gleich lang waren. Der Sommer wird länger und heisser, im Winter ist es milder und kann dazu führen das die Pflanzen verfrüht austreiben. Im Gegensatz dazu ist der Frühling eher kälter geworden und bedeutet für die Pflanzenwelt ein höheres Risiko. Ich mochte den Winter noch nie, doch die Wetterextreme machen auch Angst und besonders in Italien hat der Klimawandel tiefe Spuren hinterlassen.

Während der Süden unter extremer Hitze leidet, wird Norditalien von schweren Unwettern heimgesucht und das seit Sommer fast ununterbrochen. Mit heftigen Gewittern und Hagelkörner mit einem Durchmesser von zehn Zentimeter. Unvorstellbar – da denkt man sofort an den Vorspann des Katastrophenfilm „The Day After Tomorrow“ den ich vor fast 20 Jahren im Kino angeschaut habe, wo Hagelkörner so groß wie Fußbälle herunterkamen. Schon damals wurde von Klimawandel gesprochen, doch wirklich Ernst hat es niemand genommen, heute müssen wir es.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!