Ein Garten ohne Rosen? Das können sich viele nicht vorstellen, auch ich nicht. Rosen sind in ihrer Blütenpracht nicht zu übertrumpfen. Kleine oder große Blüten, gefüllt oder ungefüllt, duftend, in vielen verschiedenen Farben – da ist doch für jeden Geschmack etwas dabei.
Doch die Rosen benötigen etwas Aufmerksamkeit und Pflege, so wie es für eine Königin im Garten gebührt. Damit Rosen, ganz gleich welche Art, gesund und blühfreudig sind und bleiben, ist der Standort sehr wichtig. Kaum eine Rose fühlt sich an einem schattigen Platz wohl, sie braucht Sonnenlicht und am besten für mindestens fünf bis sechs Stunden pro Tag. Außerdem steht die Pflanze idealerweise gut belüftet, sodass sie nach Regenfällen schnell abtrocknen kann. Auch was den Boden betrifft, haben Rosen ihre Ansprüche, der nicht zu leicht noch zu schwer sein darf. Rosen benötigen gut durchlüftete, lockere und tiefgründige Standorte. Schwere Böden neigen zu Staunässe und lassen kaum Luft an die Wurzeln, dagegen sehr leichte Böden speichern kaum Wasser und Nährstoffe. Hat der Garten nicht den optimalen Pflanzboden kann man Sand- oder Lavagranulat (bei schwerem Boden) oder Gesteinsmehl (bei zu leichten Böden) einarbeiten.
Rosen begeistern mit ihrer Blütenpracht und das kostet viel Kraft. Rosen gehören zu den Starkzehrern und die erste Düngung erfolgt im Frühjahr nach dem Hauptschnitt. Rosenliebhaber versorgen die Pflanzen gerne mit gut abgelagertem oder pelletiertem Pferdedung. Frischer Pferdemist muss mindestens ein halbes Jahr durchrotten bevor er als Rosendünger geeignet ist. Leider riecht es mitunter etwas streng. Die zweite erfolgt dann ca. Ende Juni nach der Hauptblüte, damit die Rose gesund bleibt und ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Dafür verwende ich speziellen flüssigen Rosendünger aus dem Handel. Alternativ kann auch organischer Dünger wie Hornspäne und Kompost verwendet werden. Später als Ende Juli sollten Rosen nicht mehr gedüngt werden, da sonst die Winterhärte leiden kann.
Ganz wichtig ist der Rosenschnitt, denn dadurch wird die Rose zum kräftigen Wachstum angeregt und ihre Gesundheit gefördert, der Schnitt wirkt wie eine Verjüngungskur. Im Herbst werden nur die verblühten Blüten und die besonders langen Triebe geschnitten, damit sie im Winter nicht abknicken können. Erst im Frühjahr, wenn kein Frost mehr erwartet wird, erfolgt der große Rückschnitt. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn die Forsythienblüte beginnt und da bin ich nicht zimperlich. Zeigen die Rosen zu diesem Zeitpunkt bereits neue Triebe oder erste Blätter, schadet ihnen der Rückschnitt nicht. Wichtig ist eine scharfe und sauberer Schere, damit es glatte Schnittstellen gibt und die Pflanze so wenig wie möglich verletzt wird. Zuerst werden alle abgestorbenen und erfrorenen Triebe bis ins gesunde Holz entfernt, bevor der eigentliche Schnitt beginnt. Das Wichtigste beim Rückschnitt von Rosen ist, dass dieser überhaupt erfolgt. Eine Rose, die nicht geschnitten wird, beginnt nach wenigen Jahren an zu vergreisen und verkahlen. Selbst wenn ein Schnittfehler passiert, wird das Ergebnis besser sein, als wenn nicht geschnitten wird. Meine Strauchrosen habe ich im Frühjahr auf ca. 50 cm gekürzt und es hat ihr gutgetan, ich erwarte viele Blüten.
Rosen sind sehr winterhart, meine haben schon viele, äußerst frostreiche Winter erlebt und außer dass ich den Stock mit komposthaltiger Erde anhäufe und mit Tannenzweige abdecke, muss ich weiter nichts machen. Genauso werden die Topfrosen behandelt, die ich aber mit einem Jutesack umhülle und an einer geschützten Hauswand stelle. Der Arbeitsaufwand bei Rosen ist vielleicht etwas höher als bei Stauden, doch auf die wunderschönen Blüten kann kaum jemand verzichten.

