Einen wunderschönen guten Morgen!
Kaum eine Pflanze können wir in deutschen Gärten so häufig bestaunen wie Hortensien. Ist ja auch kein Wunder, denn Hortensien überzeugen mit ihren wunderschönen Blütenbällen, in vielen attraktiven Farben und Sorten, dabei sind sie auch vergleichsweise pflegeleicht.
Wie bei vielen anderen Pflanzen, ist auch bei den Hortensien die Vielfalt riesig. Ob Rispen-, Teller-, Endless-Summer, Annabell- oder Bauern Hortensien, um nur einige zu nennen – alle sind wunderschön und zauberhaft. Da jede ihre eigenen Bedürfnisse hat, sollte vor dem Kauf unbedingt auf Standort und Boden geachtet werden. Die meisten Hortensien bevorzugen ein halbschattiges Plätzchen, doch meine grosse Bauernhortensie hat sich an den vollsonnigen Standort gewöhnt, muss dafür nur öfter gegossen werden. Seit gut 20 Jahren steht sie dort, wird von Jahr zu Jahr grösser und es wird immer schwieriger in den Garten zu kommen, da sie auf der Treppe den Weg versperrt. Inzwischen gibt es in meiner Familie schon die Diskussion die Bauernhortensien umzusetzen, doch bis heute habe ich mich standhaft dagegen gewehrt. Ich habe grossen Zweifel, dass sie den Standortwechsel ohne Weiteres überstehen wird.
Hortensien sind extrem durstig, nicht nur im Garten sondern auch im Kübel. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass sich keine Staunässe bildet. Wann und wie Hortensien geschnitten werden, hängt von der jeweiligen Sorten ab. Bauernhortensien werden erst im Frühjahr geschnitten und zwar nur die abgestorbenen und erfrorenen Triebe. Bei einem Radikalschnitt bleibt die Blüte aus, denn die Bauernhortensie bildet bereits im Herbst die neuen Triebe. Eine Ausnahme ist die Èndless Summer, die mit der Bauernhortensien verwandt ist. Werden Blüten geschnitten, bilden sich innerhalb kurzer Zeit neue Triebe. Da sich bei Annabelle Hortensien nur Blüten am einjährigen Holz bilden, benötigt sie einen jährlichen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr. Dabei werden alle Triebe bis auf 15 cm über dem Boden abgeschnitten.
Gedüngt wird im zeitigen Frühjahr mit Pferdemist in Pelletform. Es ist nahezu perfekt zum Düngen von Hortensien und zusätzlich sammle ich Kaffeesatz und arbeite es in den Sommermonaten in die Erde ein. Viele meinen Kaffeesatz wäre als Dünger nutzlos, doch viele schwören darauf da er jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe enthält. Wichtig für die Anwendung ist, dass er abgekühlt und trocken ist, da feuchter Kaffeesatz leicht schimmelt. Ein weiterer Vorteil ist, das Schnecken kein Koffein mögen. Kaffeesatz eignet sich deswegen auch gut als Sperrschicht im Gemüse- und Zierbeet.
Die meisten Hortensien sind winterhart, jedoch die im Kübel stehen wickle ich mit Jutesäcken ein und als zusätzlicher Schutz werden die Töpfe auf Styropor Platten gestellt. Lange Jahre galten Hortensien als altmodisch, heute blühen sie in fast jedem Garten, was die Bilder auf Instagram zeigen. Auch in der Vase geben Hortensien ein schönes Bild und im Herbst werden die Blüten getrocknet. Damit sie die Farbe nicht verlieren, schneiden ich sie erst am Höhepunkt der Blüte, ca. ab August. Der Stiel wird in eine Vase, mit wenig Wasser gestellt und ist das Wasser verbraucht, trocknet die Blüte langsam und gleichmässig ein – ohne zu welken und ohne ihre Farbe zu verlieren. Habe im Treppenhaus einen Hortensien Strauss vom Vorjahr, der immer noch schön anzusehen ist. Hortensien lassen einfach jedes Gärtnerherz höher schlagen, da sie wunderschön und dazu sehr pflegeleicht sind.
Wünsche euch einen schönen Sonntag!