Sonntagsfrühstück, 30.März

Einen wunderschönen guten Morgen!

Langsam glaube ich, dass ich zu einer Minderheit gehöre, die sich auf die Umstellung auf die Sommerzeit richtig freut. Beim letzten Stammtisch wurde über das Thema ausführlich diskutiert und es gab nur negative Meinungen. Die meisten klagten, dass sie sich im Zuge der Zeitumstellung schlaff und erschöpft fühlen, sie hätten Schlafstörungen, manche fühlen sich regelrecht krank oder depressiv verstimmt. Zum Glück habe ich solche Probleme nicht. Für unsere Tiere – Hund und Pferd ist die Umstellung nicht einfach, sie haben ihre innere Uhr und lieben Routinen. Sie erkennen die kleinste Abweichung des Tagesrhythmus und das kann zu Stress führen. Damit sich unsere Tiere möglichst schnell und gut an die Zeitumstellung gewöhnen, wird ihnen das Futter schrittweise früher gereicht. Eine Woche vorher fange ich an, ihnen das Futter 10 bis 15 Minuten früher zu geben. So ist es für sie leichter als eine plötzliche Umstellung um eine ganze Stunde.

 

 

Die eigentliche Begründung der Zeitumstellung liegt ja beim Energieverbrauch, doch die Zeiten und unsere Gesellschaft haben sich stark verändert und Computer, Handy etc. verbrauchen Energie – egal ob es draußen hell oder dunkel ist. Dennoch ist die Zeitumstellung Jahr für Jahr Zündstoff für die meisten Menschen und um es einmal ganz provokant zu sagen: Ich liebe die Sommerzeit! Erstmals wurde die Sommerzeit während des Ersten Weltkrieges eingeführt, damit die Rüstungsindustrie das Tageslicht besser nutzen konnte und das gleiche war im Zweiten Weltkrieg. Danach gab es lange keine Zeitumstellung mehr, erst 1980 während der Ölkrise wurde die Sommerzeit eingeführt und wurde damit begründet, sie spart Energie. Tatsächlich schalten im Sommer die Menschen weniger häufig das Licht ein, dafür wird im Frühling und Herbst mehr geheizt. Stellt man das gegenüber, so hebt sich der Effekt auf.

„Wer hat an der Uhr gedreht“ – das werden sie viele fragen und ab heute ticken die Uhren wieder anders. Ab heute werde ich das längere Sonnenlicht genießen und auch wenn ich im Ruhestand bin, die langen Abende werden genutzt und die Extra-Portion aus natürlichen Licht macht mich einfach happy. Bei mir dauert es maximal 1 bis 2 Tage, dann hat sich die Zeitumstellung eingependelt. Doch dafür stelle ich meinen Schlaf-Rhythmus schon vorher um. Aber nicht nur den Schlaf, sondern auch die abendliche Routine – ganz egal ob Essen oder Sport wird allmählich vorverlegt. Ich weiß, dass es genügend Gründe gibt, die Zeitumstellung zu kritisieren und die überwiegende Mehrheit würden sie abschaffen. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten – entweder wir nutzen das ganze Jahr über die „normale“ Winterzeit oder wir bleiben beständig bei der „umgestellten“ Sommerzeit. Welche Zeit dann gelten soll, muss jedes EU-Land entscheiden. Es wäre also in Zukunft möglich, dass Deutschland eine andere Zeit als die Nachbarn in den Niederlanden oder Österreich haben, also ein Flickenteppich der Zeitzonen in Europa.

Wünsche euch einen schöne Sonntag!