Einen wunderschönen guten Morgen!
Ganz ehrlich – geht es nur mir so oder ist wirklich – beinahe über Nacht ist es Herbst geworden? Letzte Woche in der Reha Klinik Medical Park Bernau/Felden konnte ich zwischen den Therapien die Sonne und Wärme genießen und es hat sich ein klein wenig wie Urlaub angefühlt. Trotzdem ist mein Lieblingsmonat August rasend schnell an mir vorbeigezogen und ich bin jeden Morgen aufs Neue überrascht, wie kalt es inzwischen ist.
Ich glaube, das liegt daran, dass der Sommer wie so oft in Deutschland zu kurz war und ich das Gefühl habe, ihn nicht richtig nutzen konnte. Natürlich hat mir mein Unfall am 29. Juli einen Strich durch die „Sommer-Rechnung“ gemacht, ich einen Oberschenkelhalsbruch erleiden musste und bei der OP auch eine neue Hüfte bekam. So musste ich auf viele tolle Dinge, die man eben nur im Sommer unternehmen kann, verzichten. Ein wenig neidisch habe ich die Radfahrer und Badegäste am Chiemsee bei meiner Reha beobachtet, doch für mich wurden die Krücken ständiger Begleiter, was bei Temperaturen von über 25 Grad sehr anstrengend sein kann. In der Reha habe ich gute Fortschritte gemacht, wenn auch der Weg zum Alltag noch verdammt weit ist und ich mich auf den Tag freue, wenn ich die Gehhilfen in die Ecke werfen kann. Ohne Krücken fühlt man sich bestimmt irgendwie gesünder – wohl auch, weil man mit ihnen mitleidige Blicke auf sich zieht. Doch ein Therapeut gab mir den Tipp: Besser ein gesunder Gang mit Krücken, als ein ungesundes Hinken ohne Unterstützung.
Seit Freitag bin ich wieder Zuhause und zum Glück muss ich den Alltag nicht alleine meistern, fühle mich in vielen Situationen noch sehr unsicher. Um die Beweglichkeit wiederzugewinnen, muss das Trainingsprogramm auch zu Hause fortgeführt werden. Um den inneren Schweinehund zu überwinden, hilft ein wenig Routine, so habe ich eine bestimmte Zeit am Tag für das Training festgelegt und zweimal die Woche geht es zum Physiotherapeuten. Was mir die nächsten Wochen besonders fehlen wird, ist die Unabhängigkeit, meine Badewanne 🙂 arbeiten im Garten, Spaziergänge mit Emmi, mit meiner Tochter in den Stall fahren und das ich auf das Lenken des Autos verzichten muss. Die Schmerzen und Strapazen haben Spuren hinterlassen, vor allem Unsicherheit und Angst. Angst wieder zu stürzen oder vor falschen Bewegungen die bei mir eine Luxation ausgelöst haben. Es gibt einige Bewegungen, die man vermeiden sollte und dazu gehört zum Beispiel, dass man die Beine beim Sitzen nicht überkreuzen sollte. Ein Verhalten das man sich bewusst abgewöhnen muss.
In der Regel beträgt die Heilungsdauer vier bis sechs Monate bei Menschen über 70 Jahren, doch ich habe mir das Ziel bis Weihnachten gegeben und werde alles dafür tun, um dieses Ziel – vielleicht sogar etwas früher zu erreichen.
Wünsche euch einen schönen Sonntag!