Einen wunderschönen guten Morgen!
Dieser Blog ist mein Herzensprojekt und die Resonanz, die vielen E-Mails und Nachrichten in den letzten Wochen nach meinem Unfall lassen mich wirklich strahlen. Ein herzliches DANKE für eure liebevollen und persönlichen Kommentare hier auf meinem Blog. Ich bin unendlich dankbar für die vielen Genesungswünsche und Tipps, die mich in dieser schwierigen Zeit erreicht haben.
Danke möchte ich auch den Ersthelfern, die so gut auf Emmi reagiert haben sagen. Leider hatte ich bis heute keine Gelegenheit persönlich meine Dankbarkeit auszudrucken. Danke auch den Ärzten und Schwestern des Krankenhaus Prien, den Sanitäter, den Therapeuten und Ärzten vom Medical Park Felden für ihre Geduld und Motivation. Danke an meine Freunde, Nachbarn und nicht zuletzt an meine Familie, die mit Fürsorge, Zeit und Liebe geholfen haben, die schwierige Zeit zu überstehen.
So viel Ruhe im Blog ist für mich eher untypisch, doch ich bin mit mir beschäftigt. Langsam es geht bergauf, aber nur Schritt für Schritt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und meine Highlights diese Woche waren der gemeinsame Lebensmitteleinkauf mit meiner Tochter, ein längerer Spaziergang – natürlich mit Krücken, Krankengymnastik und Lymphdrainage und !! zwei Stunden am Pferdestall 🙂 Zuhause bin ich inzwischen „Krücken-frei“, doch verlasse ich das Haus geben sie mir Sicherheit. An- und ausziehen von Hosen ist noch eine Herausforderung, denn beim operierten Bein darf ich den Winkel wegen einer erneuten Luxation von 90 Grad nicht unterschreiten. Inzwischen habe ich schon artistische Fähigkeiten entwickelt, denn Bücken ist nicht – Luxationsgefahr!! Meine Nachbarin hat mir erzählt, ihr Mann hatte nach der Hüftoperation 3x eine Luxation und nachdem ich das Schmerz-Level kenne, muss das verhindert werden. Eine Patientin bei meiner Reha erzählte mir sie rutschte in der Nacht im Erdgeschoss ihres Hauses aus – Oberschenkelhalsbruch. Kein Mensch in der Nähe und das Handy lag im Obergeschoss. Mit der gesunden Seite rutschte sie die Treppe hinauf, was über 2 Stunden dauerte und sie endlich den Notdienst verständigen konnte.
Nirgends kommt man so vielen Menschen so nahe wie in einer Reha. Man lernt viel Neues über kaputte Hüften, Schulter, Halswirbelsäulen oder Knie. Die meisten Leute hätte man im normalen Leben nie kennengelernt, geschweige denn, gewagt ihnen intime Fragen zu stellen. Aber hier führt man Gespräche über Gelenke und Operationen. Egal welches Krankheitsbild man hat, jeden Tag sieht man sich zur medizinischen Trainingstherapie oder „Muckibude“. Bei uns Hüften gehts darum, die Muskeln wieder aufzubauen, das Becken zu stabilisieren und den Gang zu trainieren. In der Reha sind alle gleich, alle mit Krücken und einem Jutebeutel mit dem Logo der Klinik. Darin steckt eine Trinkflasche und das Trainingsprogramm. Physiotherapie, Gangschule, Muckibude, Lymphdrainage, Arztvisite, Bewegungsschiene, Ergometertraining und man wird sogar an Frühstück, Mittag- und Abendessen erinnert. Inzwischen habe ich alle Schmerzmittel abgesetzt, am 16.10. eine Untersuchung beim Orthopäden und ein gutes Trainingsprogramm. Einer Genesung steht nichts mehr im Weg.
Wünsche euch einen schönen, erholsamen Sonntag und bleibt Gesund!