Einen wunderschönen guten Morgen!
Könnt ihr euch noch erinnern, wie es war, als wir noch Kinder waren? An das Kribbeln im Bauch und die unheimliche Vorfreude auf Weihnachten? „Wie oft muss ich noch schlafen bis das Christkind kommt“ war die meist gestellte Frage, die meine Mutter oder Oma während der Adventszeit fast täglich beantworten mussten.
Weihnachtstheater 1965 für Kinder und Senioren
Gestern habe ich mit einer Freundin über Weihnachten früher und heute diskutiert und wir waren uns in allen Punkten einig. Früher war die Adventszeit und Weihnachten ruhiger, stiller und einfacher, weil unser Leben vor einigen Jahrzehnten ganz anders war. Ohne große Shopping Mails und Amazon war das Schenken und auch die Wünsche einfacher. Noch bis in die 1970er Jahre musste man für größere Einkaufe in die nächste Stadt fahren oder im Kaufhaus Steininger vor Ort einkaufen. In den großen Spielwaren Läden in der Stadt gab es Barbie und Ken, im Kaufhaus Steinberger nicht. Der Wunschzettel wurde geschrieben was im Schaufenster bei Steinberger ausgestellt war und war Barbie nicht drin, so musste man sich ein Jahr gedulden. Nicht selten bekommen heutzutage Kinder Berge von Geschenken. Oft entscheidet dann die Frage nach Anzahl oder Größe, wie glücklich ein Kind über das Weihnachtsfest ist. Der Christbaum war oft ein wenig windschief, von der perfekt gewachsenen Tanne Lichtjahre entfernt. Die Fichte (vom Opa frisch im Wald geschlagen) war geschmückt mit sehr viel aufgebügeltem Lametta vom Vorjahr, Engelshaar, ein paar Kugeln und echten Kerzen. Früher galt der Advent als Fastenzeit und Kekse oder Stollen wurden niemals vor Weihnachten verzehrt. Vielleicht schmeckten sie deshalb so unheimlich gut, denn warten erhöht den Genuss.
Früher waren Advent und Weihnachten zwei grundverschiedene Zeiten. Das ging sogar so weit, dass Weihnachtslieder auch erst am Hl. Abend abgespielt wurden und der Baum am Hl. Abend um die Mittagszeit vom Papa geschmückt wurde. Heute stehen die Bäume oft schon am 1. Advent festlich geschmückt im Wohnzimmer – geht also der Trend eher Richtung Adventsbaum? Traditionell gab es am Hl. Abend bei den Urgroßeltern Würste und Kartoffelsalat, meist um die Mittagszeit. Abends im großen Familienkreis Karpfen blau mit flüssiger Butter und Kartoffeln. Der lebende Karpfen wurde bereits einige Tage vor dem Fest besorgt und verbrachte seine letzten Tage in einer großen Wanne im Keller. Als Kind konnte ich das Tier unendlich lange beobachten und es baute sich in den wenigen Tagen eine kleine Freundschaft auf. Ich fand es unheimlich lustig, wenn er nach seinem Futter schnappte. Am Nachmittag, wenn wir Kinder bei den Urgroßeltern waren, hat mein Opa den Karpfen geschlachtet und zubereitet. Den Karpfen zu essen – daran, war für mich nicht zu denken.
Weihnachtstheater 1965 für Kinder und Senioren
Natürlich träumen wir alle davon, uns an Weihnachten mit gutem Essen zu verwöhnen, doch muss es wirklich ein 5-Gänge-Menü sein. Viel wichtiger ist es doch, die Zeit mit seinen Lieben zu verbringen. Hohe Erwartungen und eigene Ansprüche, eine perfekte Rolle zu spielen und allen gerecht zu werden, sind heutzutage besonders ausgeprägt. Oft entwickelt sich eine brisante Lage, die an den Feiertagen dann zum Ausufern droht. Wer zum Beispiel nur in der Küche rotiert, um ein großartiges Essen zu zaubern, für den bleiben Besinnlichkeit und Zeit für die Familie oft auf der Strecke. Etwas weniger Stress an Weihnachten würde uns allen guttun und wer will schon ein perfektes Fest? Schön soll es sein und jeder sollte sich gerne an Weihnachten 2025 zurückerinnern.
Wünsche euch einen schönen Sonntag und geniesst den 3.Advent!