Auf- und Abstieg!

Leichter gesagt als getan!

Wer reiten möchte, muss zunächst einmal rauf auf das Pferd. Das kann ja nicht so schwer sein – dachte ich!!  Zugegeben, ich bin allgemein nicht der sportlichste Typ, Ü60 und ziemlich ungelenkig. Ich habe echte Probleme, schwungvoll in den Sattel zu steigen und beim Absteigen ist das rechte Bein ständig im Weg oder einfach zu lange.

auf.jpgImmer wieder beobachte ich die anderen Reiter vom Stall – schwungvoll und leicht sieht es aus, ganz selbstverständlich – rauf und runter. Bei meinen ersten Reitstunden bekam ich immer eine Aufstieghilfe, die direkt vor dem Sattel platziert wurde. So war der Aufstieg wirklich Kinderleicht. Wichtig ist, dass das Pferd ruhig steht und nicht zum zappeln anfängt. In der Halle mit Aufstieghilfe klappt es ja ganz gut. Una und Rosii bleiben auch ganz ruhig stehen, vorausgesetzt das Leckerli folgt. Die „Erziehung“ dauerte zwar Wochen, aber es klappt ganz gut.

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Bei einem Ausritt ins Gelände, mit meiner Tochter, hatten wir eine Begegnung mit einem silbernen Ungeheuer (Kurz Milchtransporter). Sicher ist Sicher, absteigen und abwarten bis das Ungetüm wieder weg ist. Beide Pferde blieben ganz cool, die Einzige die Panik bekam war meine Tochter. Ich kann sie aber verstehen, denn meinen Reitunfall vor 3 Jahren, hat sie Hautnah miterlebt und musste mitansehen als ihre Mutter böse vom Pferd gestürzt ist. So jetzt wieder rauf auf den Sattel und zurück zum Stall

 

  1. Versuch gescheitert
  2. Versuch gescheitert
  3. Versuch gescheitert

Nach dem 4.Versuch bekam ich blöderweise einen Lachanfall und Kraft hatte ich auch keine mehr. Meine Tochter wurde langsam ungeduldig, nein inzwischen war sie stocksauer. „Wer nicht alleine aufs Pferd kommt, sollte gar nicht reiten. Meinen Ausspruch – „das nächste Mal nehme wir einen Leiterwagen mit, auf dem wir die Aufstieghilfe transportieren“ fand sie dann auch weniger lustig.

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Bin ich wirklich so ungelenkig und steif? Sieht so aus !! Weit und breit kein Baumstumpf, eine Mauer oder irgendwas, das ich aus Hilfe benutzen konnte. Warum haben wir Rosii nicht beigebracht, sich hinzulegen, den das würde das Aufsteigen sehr erleichtern. Irgendwann habe ich es dann doch geschafft, hoffe nur das mich keiner beobachtet hat, oder gar ein Video aufgenommen, das mich Sicherheit auf Youtube der Lacher des Jahres würde.

Meine Tochter verordnete mir – anstatt der nächsten Reitstunde, einen Aufsteig-Lehrgang. Also Fuss in den Bügel, Hand in die Sattelkammer und dann langsam das Gewicht auf das Bein in den Bügel verlagern, Körper spannen, sich anheben (dazu braucht man Beinmuskel die aber bei mir anscheinend nicht vorhanden sind), Bein langsam über die Kruppe und ganz sanft in den Sattel plumpsen. FALSCH nicht plumpsen sondern gaaanz sanft in den Sattel einsetzen. Sie meinte sogar, ideal wäre eine Holzattrappe, um dem Pferd das „Hochgehangel“ zu ersparen. Ausserdem bekam ich Aufgaben wie Treppensteigen Kniebeugen und Gymnastik um die Beinmuskeln zu stärken. Wenn sie wüsste, das ich – alles was über zwei Stockwerke geht, grundsätzlich den Lift benutze. Aber bitte nicht verraten.

Jedoch möchte ich nicht die „Witzfigur“ am Stall sein. 48 kg Ungelenkigkeit auf 1,60 cm verteilt. Also habe ich die Tipps angenommen, viel geübt, auch mit Gymnastik  und es klappt immer besser. Die Aufsteighilfe benutze ich nur noch ganz selten. Beim Absteigen fehlt mir noch der „Schwung“, Sabine nennt es herunter Krabbeln, daran muss ich noch arbeiten. Aber Rosii und Una sind beide sehr geduldige Pferde und nehmen es mir nicht übel, wenn ich ihre Kruppe streife und auch das Lammfell-Pad meist mitnehme. Beide warten geduldig auf ihr Leckerli. Die einzige die das Gesicht verzieht – ist meine Tochter.