Ein Sonntag auf der Pferd International in München

Neuer Anreiz!

Am Muttertag besuchten meine Tochter und ich die Pferd International in München. Die Mischung aus Messe und Reitturnier kannte ich bisher nur aus Erzählungen von anderen Einstellern am Stall. Das Wetter meinte es auch sehr gut mit uns, denn Tage zuvor lautete der Wetterbericht – Gewitter und Regen. Bereits frühmorgens um 8.30 Uhr trafen wir in München ein.

Wie schon gesagt, die Pferd International ist eine Mischung aus Messe, Turnieren in  und Vorführungen in unterschiedlichen Disziplinen und natürlich ganz vielen Verkaufsständen – alles dreht sich hier um das Pferd. An 4 Tagen standen Dressur, Springen und Working Equitation bis zur höchsten Klasse auf dem Programm. Für den Reitsport bietet die Reitanlage hervorragende Bedingungen, einen Rasenplatz für die Springwettbewerbe und das riesige Stadion für Dressur und andere Wettbewerbe. Leider waren die Dressurwettbewerbe bereits abgeschlossen.

Zuerst haben wir eine Runde in der „Shopping-Meile“ gedreht. Hier gibt es alles was der Reitstall, der Reiter und sein Pferd braucht, vom Reithelm bis zum Dressursattel, vom Pferdeleckerli bis zum Hoftruck. Aussteller zeigen den perfekten Hallenboden und in Fach-Vorträgen wird über die Gesunderhaltung der Pferde und deren artgerechter Haltung berichtet.

Besonders begeistert hat mich das Mounted Game Turnier (Spiele zu Pferd). Bei dieser Sportart sind reiterliche und athletische Fähigkeiten gleichermassen gefordert. Neben Schnelligkeit, Mut und Geschicklichkeit ist auch Teamfähigkeit gefragt. Das Team besteht meist aus 4 Reitern, die immer nur abwechselnd zum Einsatz kommen.

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Es spielen immer mehrere Teams direkt gegeneinander und die Hauptanforderung ist Tempo und Technik. Werden Fehler z.B. bei der Übergabe gemacht, müssen sie korrigiert werden. Dadurch kann ein führendes Team schnell zum Schlusslicht werden. Hat der Startreiter seine Aufgabe erfüllt, übergibt er ein Spielgerät, wie einen Ball oder Stock an den folgenden Reiter weiter. Alles in einem Höllentempo, sogar das Ab- und Aufsteigen wird meist im Galopp bewältigt. Da kann ich nur davon träumen.

Im grossen Stadion wurden in Schauprogrammen Pferderassen, wie Haflinger, Friesen, Tinker und Fjordpferde vorgestellt. In verschiedenen Lektionen bezauberten sie uns und die anderen Zuschauer. Der Zuchtverband der Kleinpferde und Spezialpferderassen war mit einer großen Rassevielfalt vertreten. Hier zeigten junge Mädchen ihr Können und das ihrer vierbeinigen Freunde.

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Die süßen Tinker waren mit Fohlen unterwegs und überzeugten durch ihr ruhiges und ausgeglichenes Wesen.

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Kleine Shettys zeigten die grosse Schule und bewiesen wieder einmal, wie zauberhaft und klug Ponies sein können.

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Die Weltmeisterschaft der Working Equitation war mit der letzten Disziplin Rinderarbeit so gut besucht, dass wir leider so gut wie nichts sehen konnten. Mit einem leckeren Eis haben wir den Teilnehmern beim Aufwärmen auf einer schattigen Wiese zugesehen.

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Letztendlich war ich von der Veranstaltung, den Pferden und der Reiterei so begeistert, dass ich jetzt wieder große Lust habe, mich aufs Pferd zu setzten. Die letzten Monate habe ich aus gesundheitlichen Gründen (meine Kalkschulter und der Huftritt auf die große Zehe) einfach pausieren müssen. Durch die Krankheit und den Tod meiner Mutter, hatte ich den Kopf nicht frei, denn das hat mich völlig aus der Bahn geworfen und  die Hufrehe, Bronchitis und Sehnenverletzung von Rosii, hatte ich in erster Linie „Pflegeaufgaben“ und so war das Reiten in der letzten Zeit in den Hintergrund getreten. Die Veranstaltung hat mir aber wieder gezeigt, welchen Spaß reiten macht und die erste Reitstunde ist schon fest eingeplant. Ich werde berichten wie es mir nach der längeren Pause geht. Denn ich denke, ich habe einiges an Kondition, Koordination und natürlich an Mut verloren. Aber was ich mit 60 geschafft habe, schaffe ich jetzt auch wieder.