Sonntagsfrühstück 4. November

Einen wunderschönen guten Morgen!

Ich kann es kaum glauben wie schnell der November ins Land gezogen ist. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Besonders die letzte Woche ist regelrecht verflogen, denn es war einen kurze Woche. Der Feiertag am Donnerstag hat mich animiert am Freitag mal einen Brückentag einzulegen. Allerheiligen ist der einzige Feiertag bei uns in Bayern der mir unsympathisch ist, nicht wegen seiner Bedeutung sondern eher wegen den Ritualen die damit einhergehen. Gerade bei uns in Oberbayern ist ein Besuch am Grab herb1.jpgder Verstorbenen Pflicht. Eigentlich eine schöne Idee den Lieben an einem Tag gemeinsam mit der Familie die Ehre zu erweisen, aber leider wird es mehr und mehr zum Pflichtbesuch und nicht zur Herzensangelegenheit. Wir haben uns schon seit Jahren davon distanziert und gehen nicht mehr zum feierlichen Gedenkumzug wenn alle am Graben stehen. Anfangs hatten meine Tochter und ich ein richtig schlechtes Gewissen, denn beim ersten Mal ist es uns nicht bewusst passiert, sondern eher aus Versehen. Die Uhrzeit wurde bei uns am Ort geändert und so kamen wir erst an den Friedhof, als der Umzug schon fast am Ende war. Jetzt ans Grab zu gehen wenn alle noch bedächtig an den Gräbern stehen war uns unangenehm und so sind wir erst mal wieder nach Hause gefahren. In den darauf folgenden Jahren haben wir unser eigenes Ritual daraus entwickelt und sind seitdem meist Vormittags zusammen am Grab. Da wir nicht nur an diesem einen Tag im Jahr das Grab besuchen, sondern 3-4x die Woche,  finde ich es mittlerweile auch völlig in Ordnung kein schlechtes Gewissen zu haben der Zeremonie fernzubleiben. Es geht immer mehr um das sehen und gesehen werden als um den eigentlichen Sinn dieses Tages. Traditionell ist bei uns auch immer am Sonntag vor Allerheiligen der Mantelsonntag, ein verkaufsoffener Sonntag an dem früher ein neuer Mantel für den Grabbesuch an Allerheiligen gekauft werden musste. Man muss schließlich gut aussehen wenn man sich am Friedhof zeigen möchte. Ich habe in diesem Jahr wieder beides ausgelassen und finde das völlig in Ordnung.

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Ab Donnerstag hatten wir ausserdem einen Föhnsturm der mir heftige Kopfschmerzen bescherte. So mussten meine Vorhaben für den Nachmittag auf Freitag verlegt werden. Denn es gibt noch einiges zu tun. Das Schmuddel-Wetter und der Wind der letzten Woche haben Garten und Terrasse förmlich versinken lassen. Überall Blätter, Blätter und nochmal Blätter. Eine unglaublich unbefriedigende Arbeit, denn noch immer sind so viele Blätter auf Bäumchen, Sträuchern und dem wilden Wein rund um unser Haus, dass hier noch lange kein Ende in Sicht ist. Aber irgendwann muss man ja anfangen. Auf der Terrasse hatte ich auch noch die letzten Shooting Utensilien, die jetzt in den Keller oder meinen Foto-Schrank gezogen sind. Bald geht schließlich die Weihnachtssaison los. Ich freue mich jetzt schon, meine Wohnung endlich weihnachtlich zu schmücken und beleuchten zu können. Das versüßt mir die tristen und dunklen Wochen die uns jetzt erwartet ein wenig.

herbs11.jpgGestern Abend habe ich es mir dann richtig gemütlich gemacht. Couch, Decke, ein paar Kerzen, Wintertee und meine neue Lieblingsserie die ich auf Youtube entdeckt habe. „Das Gestüt“, eine Dokumentation über ein Gestüt in Schleswig Holstein, das Sportpferde züchtet. Ich bin schon bei Folge 4 und total begeistert. Eine unterhaltsame Serie für Pferdefreunde, die ich nur empfehlen kann. Auch heute lasse ich es gemütlich angehen. Noch ist es ziemlich düster draussen, aber ich hoffe der Nebel lichtet sich ein wenig, denn am Nachmittag wollen wir mit Stallkollegen zum Leonhardi Ritt in Pietzenkirchen. Das ist ein schöner Umzug mit Pferden aus dem ganzen Landkreis der besonders bei schönem Wetter einen Besuch wert ist. Nach dem Ritt wird auf dem Gestüt Moosen, auf dem wir früher unsere Pferde eingestellt hatten, noch zu Brotzeit und Getränken eingeladen. Das ist immer sehr nett und gemütlich. Meine Tochter wollte eigentlich mit Una am Ritt teilnehmen, aber leider haben wir ein lockeres Eisen und das ist ihr zu riskant. Morgen darf ich den Hufschmied Termin übernehmen, da sie sich nicht frei nehmen kann. Obwohl ich eigentlich nichts machen muss, bin ich schon ein wenig nervös. Aber darüber kann ich mir dann morgen Sorgen machen. Jetzt wird erst einmal mein Sonntagsfrühstück genossen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag!