Brauchtum an Weihnachten in Bayern

Manches bleibt, manches geht!

Die „staade Zeit“ beginnt und damit auch die Zeit der Advents- und Weihnachtsbräuche. Viele haben sich im Laufe der Jahre verändert oder sind leider verschwunden, den die  X-mas Partys haben auch in Bayern Einzug gehalten, aber an vielen Bräuchen wird noch heute festgehalten.

Das Klöpfeln: An drei Donnerstagen der Adventszeit wird nach Einbruch der Dunkelheit geklöpfelt. Kinder ziehen von Haus zu Haus, singen Lieder oder sagen Gedichte auf und werden dafür beschenkt. Dieser Adventsbrauch symbolisiert die Herberge suche von Maria und Josef und deshalb verkleiden sich die Kinder als Hirten und singen Weihnachtslieder. Ein Highlight besonders für ältere Menschen – nur leider können die Kinder heute nicht mehr viel mit dem alten Brauchtum anfangen, sind meist nicht mehr verkleidet und gesungen wird oft „Last Christmas“. Meine Tochter liebte früher diesen Brauch, mit dickem Mantel und Omas Hut, zog sie mit Freunden los. Unserer schwarzen Setter Hündin Nikki, wurde ein weisses Fell umgebunden und sollte das Schaf darstellen. Der Erlös kommt noch Heute einem guten Zweck zugute und wird gespendet, die Süssigkeiten werden jedoch gleich vor Ort verspeist.

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Der Barbarazweig: Nach einem wunderbaren alten Brauch werden am Barbaratag, den 4.12., von Obstbäumen Zweige, wie Apfel oder Kirsche, abgeschnitten und in der Wohnung in eine Vase gestellt. Bis Hl. Abend sollen die Zweige blühen und dem Haus im Folgejahr Glück bringen. Früher stellten heiratswillige Mädchen drei Zweige auf, einen für die Jugend, einen für die Schönheit und den dritten für den Reichtum. Je nachdem welcher Zweig zuerst aufblühte, so würde der Bräutigam sein – schön, jung oder reich.

Nikolaus und Krampus: Roter Umhang, Bischofsstab, Rauschebart und natürlich das goldene Buch – dieses Bild haben die meisten Kinder vom Nikolaus im Kopf. Im bayrischen Brauchtum ist der Nikolaus, am Abend des 5. Dezember meist in Begleitung einer finsteren Gestalt mit Fell, Rasseln, Rute und einer roten Zunge – der Krampus. Sein bedrohliches Äußeres hat so manches Kind erschreckt und die Mahnung „denke an den Krampus“ ist sehr gebräuchlich, um die Kinder während des Jahres zum Bravsein zu ermahnen.

Stefanitag: In der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember gibt es einen Brauch, der wohl nur bei uns in der Gemeine sein Unwesen treibt. Junge Burschen machen sich in der Nacht auf den Weg, um Mülltonnen, Gartenbänke und weihnachtliche Dekorationen zu verstecken. Letztes Jahr war ich ziemlich sauer, als sogar unsere Gartentüre beim Nachbarn in der Wiese lag. Woher dieser Brauch bzw. dieses Unwesen her kommt, konnte mir bislang keiner Beantworten.

Die heilige drei Könige: Der letzte Feiertag in der Weihnachtszeit, der auch nur noch in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag ist. Das christliche Fest geht auf die biblische Erzählung der Weisen aus dem Morgenland zurück, deren Stern sie zu dem Ort führte in dem Jesus geboren wurde. Nach der Geschichte aus der Bibel haben die drei, Jesus Geschenke gebracht – Myrrhe, da es eine heilende Wirkung hatte, Gold weil sie Jesus wie einen König verehrten und Weihrauch um Böses abzuwenden.  Heute ziehen Kinder verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar von Haus zu Haus, singen und beschriften die Haustüre mit C+M+M und die Jahreszahl, was bedeutet – Christus segne dieses Haus. Es wird gesammelt und für einen guten Zeck gespendet.

Mariä Lichtmess: Am 2. Februar –  im Volksmund Mariä Lichtmess genannt, endet endgültig die Weihnachtszeit und viele meiner Nachbarn entfernen an diesem Tag erst die Krippen und Weihnachtsbäume. Aus dem Alltag ist das Fest so gut wie verschwunden, den für die meisten endet Weihnachten mit dem 6.1. dem Feiertag der heiligen drei Könige, wo auch ich die Weihnachtsdekoration entferne. Früher gab es bei uns am 2. Februar noch Lichterumzüge für Kinder und in anderer Hinsicht war in der Landwirtschaft der Tag von grosser Bedeutung. An Lichtmess erhielten die Dienstboten den Jahreslohn in Geld oder Naturalien und sie konnten den Dienstherren wechseln. Das alles gehört heutzutage der Vergangenheit an.

Der 21. Dezember hat zwar nichts mit Bräuchen und Traditionen zu tun, für mich ist es aber ein wichtiger Tag, der kürzeste Tag des Jahres und damit die längste Nacht, denn Sonnenuntergang ist bereits um 16.22 Uhr. Es ist Wintersonnwende und langsam, noch nicht mal spürbar wird der Tag wieder länger. Am 31.Januar ist Sonnenuntergang  um 17.02 Uhr und erst Ende März wird die Tag-Nacht-Gleiche wieder erreicht. Der 21.12. – ein Tag,  wo es für mich wieder aufwärts geht und die Dunkelheit langsam ein Ende hat.