Angst vorm Alter?

Vor was genau?

Eigentlich ist es fast ein wenig ironisch sich mit 63 Jahren noch Gedanken zu machen ob man Angst vorm Alter hat. Im Freundeskreis meiner Tochter musste ich aber feststellen, dass diese Angst mittlerweile schon ab 20 einsetzt. Es gibt wohl auch heute noch viele ungeschriebene Regeln die jeden Altersabschnitt einteilen.

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Bis Du 25 Jahre alt bist musst Du dieses und jenes in Deinem Leben erledigt haben, wenn Du 30 bist solltest Du bereits dies und das haben… Und so geht das immer weiter. Ich habe aber festgestellt, dass es ab 50 kaum noch Regeln gibt, modisch gesehen vielleicht, aber nicht was Ziele betrifft. Da muss wohl alles bereits erledigt sein. Was folgt aber dann? Vermutlich ist der Eintritt zur Rente noch mal so ein  wesentlicher Einschnitt. Aber auch für die Rentenzeit lassen sich kaum nützliche oder inspirierende Lebensweisen finden. Manche gehen auf reisen, manche leben einfach in den Tag hinein und versuchen die schönen Dinge zu machen für die bisher nie Zeit war. Das gibt es schon, aber es scheint als wäre diese Zeit freier als jede andere im Leben.

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Und dennoch gibt es Themen die jeder von uns verdrängt obwohl gerade diese wirklich beängstigend sind. Wer „nur“ Angst davor hat mal alt auszusehen der wird vieles probieren um dem entgegenzuwirken. Die Kosmetikbranche bringt immer wieder „Wunderprodukte“ auf den Markt die ewige Schönheit und Jugendlichkeit versprechen. Ich möchte behaupten, dass jeder die Hoffnung hat dass diese Cremes und Seren die regelmäßig gekauft und angewendet werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Aber auch Ernährung und ausreichende Bewegung gelten als Jungbrunnen. So wird vieles dafür getan, damit man sich gut und jung fühlt. Ich denke, dass in noch keiner Zeit unser Körper so umsorgt wurde als heute.

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Was aber wenn der Kopf irgendwann nicht mehr mit machen will? Demenz ist etwas das mir persönlich sehr große Angst bereitet. Aber auch die ganzen anderen körperlichen Einschränkungen die irgendwann auf uns zu kommen sind nicht weniger beängstigend.

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Bei Besuchen im Alten- und Pflegeheim wird man mit einer Realität vertraut die man nur zu gerne wegschieben und verdrängen möchte. Vielen von uns bleibt aber nicht erspart mitzuerleben wenn die Eltern oder andere nahestehende Menschen im Alter, oder durch eine Krankheit Pflegebedürftig werden. Es ist schwer mit anzusehen wenn ein Mensch den man sein ganzes Leben lang kennt, auf einmal den Alltag nicht mehr alleine bewältigen kann. Es ist oft ein schleichender Prozess, nicht selten aber auch ein Schock der von heute auf morgen in unser Leben tritt.

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Auch die Sorge ob im Alter das Geld reichen wird um den Lebensstandard halten zu können, wenn man nicht mehr arbeitet, spukt irgendwann unweigerlich im Kopf herum. Die Sorgen und Ängste um das Alter verändern sich. Wie bei Allem das uns besorgt sollten wir darüber hinaus nicht vergessen, dass man auf vieles keinen Einfluss hat und man das Leben genießen sollte wenn es einem gut geht. Auch wenn es schwer fällt und ich sicher kein Meister darin bin, zu viel grübeln macht nur Sorgenfalten.