Das Leben ist kein Ponyhof

Es musste so kommen?!

Meine Freundin hat sich entschlossen ihren Mann, der sie seit Monaten mit einer wesentlich jüngeren Frau betrügt, nun endgültig verlassen. Die letzte Zeit war für sie schon hart genug, ab dem Zeitpunkt wo sie merkte, dass in ihrer Ehe etwas schief läuft. Häufige Überstunden, merkwürdige Telefonanrufe die abgebrochen wurden wenn sie ins Zimmer kam, plötzliche Geschäftstermine die über mehrere Tage gingen, Heimlichkeiten und vor allem die Kälte die er meiner Freundin gegenüber an den Tag legte. Viele Gespräche und Tränen gab es in der letzte Zeit und nun hat er die Koffer gepackt, eine Trennung nicht mehr vermeidbar.

Trennung mit fast 60 – nach 30 Jahren Ehe, die Kinder sind längst aus dem Haus. Heirat, 2 Kinder, beide berufstätig, die Arbeit zuhause wurde aufgeteilt – ein Vorzeigepaar, Harmonie pur. Und plötzlich soll alles anders sein? Sie hatte immer wieder versucht mit ihrem Mann zu sprechen, jedesmal blockte er das „Problemgespräch“ ab und sie verstand die Welt nicht mehr. Das Ende einer Liebe hat viele Gründe und egal wer den Schlussstrich zieht – leicht ist es nie. Vor allem in der zweiten Lebenshälfte, von jetzt auf gleich ist nichts mehr wie es war und der Schmerz ist fast mit dem Tod eines Menschen vergleichbar. Wenn man jung ist, stellt man sich vor, im Alter die Lebensziele erreicht zu haben. Heirat, Job, Kinder und Hausbau, alles ist in trockenen Tüchern und einem glücklichen Lebensabend steht nichts mehr im Wege und plötzlich dreht sich die Welt nicht mehr. Ehen die ein Leben lang glücklich halten, werden immer seltener.

Für meine Freundin kommen nun harte Zeiten, denn nun hat sie realisiert, dass ihr Mann weg ist, sie fühlt sich einsam, verzweifelt und es nagen auch Schuldgefühle. Wenn eine Freundin dieses Schicksal durchlebt ist man oft selbst hilflos, unsicher und legt jedes Wort auf die Goldwaage. Den Satz „Die Zeit heilt alle Wunden“ werde ich mit Sicherheit nicht aussprechen, die Devise heisst jetzt: zuhören, zuhören und nochmal zuhören! Im Moment ist erst einmal trösten angesagt und erst dann der Blick nach vorne. Jeder hat eine andere Art mit Trauer umzugehen. Die einen verkriechen sich lieber und lassen niemand an sich heran, andere halten es nicht alleine aus. Nach einer aktuellen Studie ist intensives Reden tatsächlich hilfreich um dem Verlust eines Partners zu verarbeiten.

Das Leben ist ein ständiger Entwicklungsprozess und leider muss man oft mit den Anforderungen wachsen, ob man will oder nicht.