Sonntagsfrühstück 15. September

Einen wunderschönen guten Morgen!

Endlich Sonntag, endlich Ruhe ohne Vorschlaghammer, Bauschmutz und nervige Bauarbeiter.

Als meine Mutter von 1 1/2 Jahren starb, kam für uns die grosse Frage – was machen wir mit der Wohnung im 1. Stock. Vermieten? Eine Überlegung die mir lange im Kopf lag. Doch eine Freundin die Immobilien Maklerin ist, hat mir dringend davon abgeraten. Das Haus wurde 1975 für eine grosse Familie bebaut, denn der Vorbesitzer hatte die Eltern und Schwiegereltern im Haus. Das war auch der Punkt warum wir uns 1985 für den Kauf des Hauses entschlossen haben. Ein Haus mit drei abgeschlossenen Wohnungen, incl. Bad und Küche. Ein Generationen Haus für eine grosse Familie, jedoch mit Rückzugsmöglichkeiten für alle. Als mein Vater im Juli 1985 verstorben ist brauchte meine Mutter und Oma eine Bleibe und auch meine Schwiegermutter wollte ihr grosses Haus aufgeben. Ein Generationen Haus – nicht jedermann`s Geschmack, doch meine Tochter hatte das Glück mit drei Omas aufzuwachsen, die Omas kümmerten sich um Haus und Garten und am Sonntag wurde gemeinsam gegessen. Für mich hatte es den Vorteil, dass ich nach meinem Job eine saubere Wohnung vorfand und auch die Wäsche gebügelt im Schrank lag. Jeder half jedem, ohne grosse Konflikte. Leider ging es dann Schlag auf Schlag, zuerst verstarb mein Mann, meine Oma, dann meine Schwiegermutter und nun steht auch die Wohnung meiner Mutter leer. Meine Tochter ist sehr heimatverbunden, ist hier aufgewachsen und macht sich nun Gedanken eine eigene Familie zu gründen. So haben wir das Vorhaben um eine Vermietung und auch den Verkauf des Hauses zerschlagen.

Fakt war aber, das die Wohnung renoviert werden muss und aus den zwei Wohnungen im ersten Stock nun eine entsteht. Die Fliesen in Bad und Toilette – in dunkelrot sind einfach nicht mehr zeitgemäss. Der Teppichboden fleckig und der Laminatboden abgetreten. Die Tapeten haben wir an zwei Wochenenden entfernt, eine mühselige und zeitintensive Arbeit. Vermutlich hätten die Tapeten die nächsten 20 Jahre noch gehalten.

Zuerst wurde ein Budgetplan erstellt und eine Liste welche Arbeiten anstehen. Um Kosten zu sparen muss auch selbst Hand angelegt werden und zum Glück ist der Lebensgefährte meiner Tochter handwerklich sehr geschickt, allerdings gibt es auch Arbeiten die nur von Experten ausgeführt werden sollten, wie zum Beispiel Wasserinstallation und Elektro. Glücklicherweise stehen wir noch nicht unter Zeitdruck, denn der Einzug soll bis Ende des Jahres erfolgen.

Da jetzt laufend Baumaterial angeliefert wird, das im hinteren Teil des Garten lagert, musste ich meine Schafgarben umpflanzen. Nun hoffe ich , dass sie am neuen Standort nächstes Jahr so schön blühen wie heuer im Sommer. Zum Trost habe ich mir aus den Blüten einen hübschen Strauss gebunden der nun auf dem Frühstückstisch steht. Auch für den Getreidekranz sind noch einige Blüten übrig geblieben.

Heute ist Ruhetag, ich geniesse die Stille und werde an mir einige „Renovierarbeiten“ vornehmen. In den nächsten Wochen möchte ich euch immer wieder einmal über die Fortschritte der Umbauarbeiten berichten.

Für heute wünsche euch einen schönen Sonntag!