Sonntagsfrühstück 05.Januar

Moing beinand !

Manchmal ist es nicht so leicht sie zu verstehen – die Bayern! Damit Bairisch nicht nur für „Eingebohrene“ verständlich ist und ihr im nächsten Urlaub in Oberbayern auch alles versteht, stelle ich euch ein paar Redewendungen vor. So schöne Schimpfwörter es in Bayern gibt, so höflich können wir auch sein. In Bayern ist so gut wie alles anders, hier ticken nicht nur die Uhren anders.

Kommt ein Bayer aus irgendeinem Grund in Rage, lässt er seiner Zunge schon mal freien Lauf. Für einen Zuagroasten mag es dann ganz gut sein, wenn er der bayerischen Sprache nicht ganz mächtig ist. Als Besucher des Freistaates sollte man allerdings wissen, dass die Bayern sehr friedvoll sind. Sie granteln gerne über Gott und die Welt, können tüchtig fluchen und schimpfen. Doch der Ärger ist so schnell vergessen wie er gekommen ist. Die bayrische Sprache hat`s in sich, denn bei Sätzen wie „Ja, wo samma denn?“ sind Nichtbayern meist ratlos. Dabei drückt der Bayern nur seine Entrüstung aus, wenn jemand gegen Sitten oder Gebräuche verstösst. „Schleich di“ ist keine höfliche Bitte, sondern die Aufforderung schleunigst den Abgang zu machen. Der gebürtige Bayer drückt sich gerne derb aus, was oft als unfreundlich erscheint, was es oft aber nicht ist. Einfach gelassen damit umgehen!

Einen bayrischen Landwirt sollte man niemals mit „Bauer“ betiteln, den wenn auch hierzulande viel Agrarwirtschaft betrieben wird, gilt dieser Ausdruck als Beleidigung. Oft wird gesagt, dass die Bayern ihre eigene Sprache nicht verstehen – wie auch – Bayern ist in drei Sprachräume gegliedert: Bairisch, Fränkisch und Schwäbisch, zwischen Hof und Burghausen werden mehr als 60 Dialekte gesprochen. Schon die Begrüssung und Verabschiedung bietet im Bairischen so viele Möglichkeiten, dass Auswärtige leicht verwirrt sein können. Grüss Gott ist nach wie vor eine gute Option, mit der man nichts falsch machen kann, dagegen wird „Tschüss“ oder „Hallo“ in Bayern nicht gerne gehört. Mit „grias di“ gegrüsst man alle Personen, mit denen man per du ist und „Habedehre“ – es ist mir eine Ehre – eine traditionelle, sehr respektvolle Begrüssungsformel. Das freundschaftliche, saloppe „Servus“ ist sowohl als Begrüssung als auch als Verabschiedung anwendbar und am Abend verabschiedet man sich mit einem „Guadnacht“ -gute Nacht.

Wenn Bayern wollen, können sie auch hochdeutsch – nur meist wollen sie nicht immer und mit jedem sprechen. Dann kann bairisch zur Geheimsprache für „Zuagroaste“ werden.

Und hier noch einige Sprüche – Bayrisch für Anfänger:

Wer ko, de ko (Wer kann, der kann)

Des is ghupft wia sprunga (Es ist gehüpft wie gesprungen und macht keinen Unterschied)

Wos da Bauer ned kennt, frisst er a ned (Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht)

De Radi von untn oaschaung (Die Radischen von unten ansehen-tot und begraben sein)

Ein Bayer geht auch die Berge nicht hoch, sonder „nauf“ und gucken tut er auf keinen Fall, der Bayer „schaugt“. Ein „Grantlhuaba“ ist eine Person die an allem rummeckert und nörgelt und wenn sich eine Frau „aufbrezelt“ macht sie sich einfach schick. Könnte aber gut sein, dass wenn die Dame für einen Anlass overdressed oder zu elegant auftaucht der Spruch lautet „schau a moi, wia de aufbrezelt is“. Der beliebteste Spruch der Bayern ist „schau ma moi, dann seng mas scho“ was bedeutet – schauen wir mal, wir haben alle Zeit der Welt und ausserdem habe ich keine Lust darüber zu diskutieren.

In München, unserer bayerischen Landeshauptstadt ist die Sprache praktisch ausgestorben und selbst in kleinerer Städten sprechen die Kinder nicht mehr Bairisch. Unser schöner Dialekt stirbt langsam aus – leider !!!

An scheena Sonndog und pfiad eich