Sonntagsfrühstück 23. August

Einen wunderschönen guten Morgen!

Nicht ohne meine Maske !! Vor dem Ausbruch der Corona Pandemie kannte man Menschen mit Schutzmasken meist nur aus Asien. Zum Beispiel aus Japan, denn dort ist es üblich eine Maske zu tragen sobald sich eine Erkältung ankündigt oder aus China wegen der Luftverschmutzung in grossen Metropolen. Wenn früher Maskierte in eine Bankfiliale kamen, war diese Situation meist eindeutig und im Geldhaus hiess es Ruhe bewahren, Alarm auslösen und abwarten.

Die Schutzmaske könnte das Symbol des Jahres 2020 werden, der Gesichtspullover gehört jetzt auch bei uns zum täglichen Outfit. Ohne die Maske geht wohl niemand mehr aus dem Haus, den spätestens am Eingang vom Supermarkt wird man daran erinnert, dass Mund und Nase bedeckt sein müssen. Der erste Einkauf nach Einführung der Maskenpflicht war ziemlich eigenartig und auch heute sind Anblick und Gefühl ungewohnt. Wie lange uns die Maskenpflicht noch begleiten wird, ist ungewiss. Denn solange die Verordnung andauert ist der Stoff Fetzen im Gesicht ein Must-have und dann sollte die Maske wenigstens hübsch sein. Ob selbstgenäht aus Baumwollstoff, aus Vlies, aus Papier, gekauft in der Apotheke oder in der Drogerie bis hin zum Designerstück, gibt es mittlerweile alles. Und das ist auch gut so!

Richtig wohl scheint sich niemand zu fühlen, tragen wir Masken ja sonst nur im Fasching oder Karneval, wenn wir uns verkleiden. Jetzt dienen die Masken zum Schutz, zur Solidarität und Zusammenhalt. Die Maske wird mit Sicherheit nicht zu meinem Lieblings Accessoires, jedoch finde ich sie wichtig und nehme die Maskenpflicht auch sehr ernst. Das Gesicht der Menschen ist verdeckt und gerade der Mund ist ein wichtiger Signalgeber. Lächelt mein Gegenüber? Freundlich oder sarkastisch? An den Augen lässt sich der Unterschied kaum unterscheiden.

Ausserdem wird die Sprache stark beeinflusst, denn mit einem Stück Stoff vor Mund und Nase wirkt die Stimme ziemlich dumpf. Für Gehörlose mag diese Zeit besonders schwierig sein, denn sie sind darauf angewiesen, dass sie die Lippenbewegungen ihres Gegenüber sehen können. Im Supermarkt werden nun geblümte Masken, mit Herzen und Punkten, mit der bayrischen Raute, ja sogar mit Totenköpfen angeboten. Auf einem anderen ein Smilley oder ein Mund mit ausgestreckter Zunge und wenn wir unser Gesicht nicht mehr vollständig zeigen dürfen, sollte es wenigstens hübsch aussehen. Und auch die Designer haben Masken entdeckt und es wird mit auffälligen Muster beworben oder mit Perlen bestickt, was aber eine 60 Grad Wäsche kaum überstehen wird.

Wie man sich an das Bild von Menschen mit Mundschutz gewöhnen muss, muss man sich auch selbst daran gewöhnen. Gerade jetzt im Sommer wird es unter der Maske schnell stickig, es juckt und das Gefühl man müsste sich Luft verschaffen ist nach wenigen Minuten erreicht. Aber wenn wir schon unser Gesicht in der öffentlichkeit nicht mehr zeigen dürfen, dann bitte her mit ein paar verrückten Motiven – das Geld dafür spare ich mir, da ich zur Zeit so gut wie keinen Lippenstift auftrage.

Wünsche Euch einen schönen Sonntag!