Einen wunderschönen, guten Morgen!
Jetzt im Mai grünt es im Garten so schön, dass man sich kaum satt sehen kann und das bedeutet leider auch viel Arbeit. Doch man sollte aber auch genießen und die Nase in die warme Sonne halten. Mit einer Tasse Kaffee oder mit einem kühlen Getränk und einem interessanten Buch – hier lässt sich aushalten. Die Arbeit läuft nicht davon, auch Hobbygärtner müssen Pausen einlegen – schließlich haben wir uns das verdient.
Man sollte jeden Tag genießen, an dem wir draußen sein können. Das Gras kitzelt an den nackten Füssen, unter dem Flieder weht ein wunderbarer Duft und wir fühlen uns unglaublich wohl. Hand hoch, wer kann seinen Garten wirklich genießen? Einfach nur da sitzen oder liegen und schauen, schnuppern und hören. Oh, sehe ich im Beet Unkraut – NEIN! Nicht gleich aufhüpfen und es ausrupfen. Den Rasen habe ich doch erst letzte Woche gemäht!!! Wie schnell er innerhalb der kurzen Zeit wieder gewachsen ist. Hat da jemand am Gras gezogen 🙂 Nein, der Rasen hat die perfekte Höhe und muss nicht schon wieder gemäht werden.
In vielen Gesprächen mit Nachbarn oder Freunden höre ich heraus, dass sie ihren Garten immer mehr als Belastung empfinden, als Ort der ewigen Arbeit. Alleine das häufige Giessen an heißen Tagen nimmt viel Zeit und das Unkraut wächst und gedeiht ganz von alleine. Unerwünschte Schädlinge müssen bekämpft werden, was manchmal ohne Chemie nicht möglich ist. Doch dieses Thema möchte ich in einem eigenen Beitrag aufgreifen. Als ich noch im Berufsleben war, musste ich die Gartenarbeit am Wochenende erledigen und das Genießen im Garten war oft Nebensache. Heute sehe ich das viel entspannter, was ich heute nicht schaffe, kann auch morgen noch erledigt werden. Es ist nicht mehr mein Ziel, möglichst schnell fertig zu werden – niemand hetzt mich und ein wenig Löwenzahn im Rasen finde ich heute nicht mehr so schlimm.
Im März habe ich mir große Gedanken um den Rasen gemacht. Der nasse Winter, kaum eine schützende Schneeschicht und Emmis Laufstraßen haben die Grünfläche in einen Acker verwandelt. Ein wenig Pflege und Geduld, schon hat sich die Fläche erholt und das Gras sprießt wieder in einem satten Grün. Man muss die Natur nur lassen, oft regelt sie es von ganz alleine und an manchen Stellen wachsen Blumen, die man dort nie gepflanzt hat. Wenn dann die Zeit kommt, wo der Ertrag des Gartens auf dem Teller landet, gibt es kein Halten mehr. Kräuter, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sind etwas ganz Besonderes. Weil man weis, hier wurde keine Chemie verwendet, es ist lecker und frisch. Die in Ruhe, mit viel Aufmerksamkeit und Liebe angebauten Pflanzen schmecken einfach besser als aus dem Supermarkt.
Gartenarbeit gehört für mich zu den schönsten Arbeiten, die es gibt. Es ist herrlich, entspannend und erfüllend, aber nur wenn ich den Garten auch genauso oft genießen kann – vom Liegestuhl aus.
Wünsche euch einen schönen Sonntag und ein sonniges Pfingstfest