Im Moment brauche ich keinen Wecker, Frühaufsteher können am Morgen ein wahres Vogelstimmen-Konzert erleben. So manche Exemplare trällern besonders früh und sehr laut, besonders jetzt in der Brutzeit im April und Mai und angenehmer kann man nicht geweckt werden.
Nun ist er endlich da – der langersehnte Frühling und es treibt den Hobbygärtner wieder hinaus. Die letzten Wochen habe ich intensiv genutzt, um die Beete vom Laub zu befreien, Unkraut entfernt, Rosen, Ziergräser und Sträucher zu schneiden. Der Rasen schreit nach einer Frühlingskur, er wird vertikutiert, gemäht und gedüngt. Im Winter kommt es leider immer wieder vor, dass der Rasen an einigen Bereichen schwächelt und zurück bleiben unschöne, kahle Stellen. Doch nicht nur der Winter setzt dem Rasen zu, auch ein leicht verrückter Terrier hinterlässt seine Spuren. Doch was soll’s, wer seinen Hund liebt wird nie einen perfekten Rasen vorfinden und muss dann ein paar Mal im Jahr nachsäen!
Im April blüht der Garten auf und die Tierwelt kriecht aus ihrem Winterquartier. Es wird wieder lebendig und für den Mensch heißt es die Ärmel hochkrempeln. Die Hochbeete müssen auf Vordermann gebracht werden, der Höhenunterschied durch das Absacken der Erde muss mit neuem Substrat und Kompost aufgefüllt werden. War der Gemüsegarten im Winter nur sehr spärlich bepflanzt, wird zumindest ein Beet im April wieder richtig voll. Sorten wie Karotten, Frühlingszwiebel, Kräuter und Radieschen können direkt ins Beet oder werden angesät. Bei frostempfindlichem Gemüse wie Tomaten, Zucchini oder Salatgurken warte ich bis zu den Eisheiligen im Mai.
Hortensien sind sehr pflegeleicht und blühen lange bis in den Herbst. Zudem sind ihre Blütenstände selbst im verwelkten Zustand noch attraktiv. Was den Rückschnitt betrifft, bin ich bei meinen Bauernhortensien sehr vorsichtig, denn bei spätem Frost sind mir schon einige Male die Blütenansätze erfroren. Dann heißt es wieder – mit einem großen, alten Bettlaken abdecken. Um zu erkennen, ob ein Trieb den Winter überstanden hat, kann man die Rinde mit dem Fingernagel ankratzen. Ist der Trieb im Inneren grün ist er gesund. Ist er jedoch gelblich braun, ist er erfroren und kann entfernt werden. Die Endless Summer steht den klassischen Bauernhortensien sehr nahe, hat aber einige Vorteile. Sie ist unempfindlicher, schnittverträglich und extrem winterhart.
Die erste Frühblüher verabschieden sich, dafür zeigen sich Narzissen, Muscari und die Schachbrettblume von ihrer schönen Seite. Ein paar Tulpen haben ihre Kelche geöffnet und alle anderen brauchen noch etwas Sonne. Nun hat das Warten auf den Frühling ein Ende, doch im April ist noch alles möglich – Schnee und Frost sind keine Seltenheit. Anfang bis Mitte April hatten wir täglich herrlichen Sonnenschein, doch Nachts oft Minustemperaturen und auch tagsüber stieg das Thermometer kaum über 10 Grad, dazu ein eisiger Ostwind und für eine Kaffeepause im Freien war es mir einfach zu kalt. Jetzt heißt es einfach – geduldig sein, die schönen, warmen Tage kommen!