Sonntagsfrühstück, 19.Juli

Einen wunderschönen guten Morgen!

Die Schattenseiten des deutschen Hitzesommers.

Heißer als Mallorca oder Griechenland – der deutsche Sommer 2026 gibt dieses Jahr alles, doch die anhaltende Hitze macht Mensch, Tier und der Natur zu schaffen.

Vielerorts ist es nicht nur zu heiß, sondern es hat auch viel zu wenig geregnet. Die Landwirte sehnen in vielen Regionen Regen herbei. Viele werden aufgrund der Trockenheit voraussichtlich geringere Erträge als in den letzten Jahren einfahren. Laut unseres Stallbetreibers war die Heuernte Ende Juni sehr gut und ist wichtig für die Gesundheit der Pferde. Schlechtes Heu kann schwere Krankheiten wie Koliken oder Atemwegs Probleme auslösen.

Für den menschlichen Organismus ist Hitze eine Riesenbelastung, vor allem für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit chronischen Krankheiten. Das Herz und der Kreislauf leisten Schwerstarbeit – und das Tag und Nacht. Für mich gelten diese goldenen Regeln: Körperliche Anstrengungen vermeiden, viel trinken und leichtes Essen, Hitze so gut es geht fern halten und den Körper kühlen. Letzte Woche hatte ich einen Termin in München und stellte fest, dass die Hitze in der Großstadt noch unerträglicher ist als bei uns auf dem Land. Viel Beton, Glas, Asphalt und dichte Bebauung, wenig Schatten und Grünflächen. Schon nach kurzer Zeit fühlt man sich unwohl und geschlaucht. 

Apropos München – wegen der anhaltenden Trockenheit und des stark gestiegenen Wasserverbrauchs, erlässt die Stadt München einige Sparmaßnahmen. Verboten ist das Waschen von Fahrzeugen außerhalb von Waschanlagen, Bewässern von Rasenflächen und das Befüllen von Privatpools oder Abpumpen aus Seen und Flüssen. Bei Verstößen drohen Geldbussen bis 50.000 Euro. Bisher galt der Süden Bayern als besonders wasserreich, nahezu „unerschöpflich“ das Wasservorkommen, doch durch anhaltende Trockenheit und Schneemangel ist der Grundwasserspiegel deutlich gesunken. Auch der Chiemsee leidet unter einem historischen Niedrigwasser was zu Problemen bei der Schifffahrt führt. Zum Teil musste der Betrieb an einigen flachen Anlegestellen eingestellt oder verlegt werden.

IIm Vergleich zu einigen anderen Bundesländern sind Waldbrände in Bayern sehr selten. Doch dieses Jahr brannten in den Chiemgauer Alpen am Rüsselkopf im Mai etwa 100 Hektar Bergwald und im Juni direkt am Chiemsee brannten mehrere tausend Quadratmeter Wald- und Moorfläche. Die angrenzende Autobahn musste für einige Stunden komplett gesperrt werden. Da das Brandgebiet für Fahrzeuge nicht direkt erreichbar war, musste eine aufwendige Infrastruktur zur Wasserversorgung aufgebaut werden und auch Löschhubschrauber waren im Einsatz.

Lange Tage, Sonne, strahlend blauer Himmel, laue Nächte, kurze Hosen und T-Shirt – die Sommerzeit verspricht ein leichtes und lockeres Leben als die restlichen Jahreszeiten. Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille, denn nicht alles, was der Sommer mit sich bringt ist gut für uns.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!