Einen wunderschönen guten Morgen!
Wie rasend schnell ein Jahr doch vergeht! In meinem Sonntagsfrühstück am 27. Juli 2025 habe ich euch erzählt, dass mir meine Tochter zu meinem 70. Geburtstag eine Städtereise nach Berlin geschenkt hat. Welche Sehenswürdigkeiten wir geplant haben und warum ich gerade Berlin ausgewählt habe. Doch leider kam alles ein wenig anders.
Am 29. Juli 2025 bin ich bei einer Gassi Runde mit Emmi gestürzt und habe mir den Oberschenkelhals gebrochen, wurde einen Tag später operiert, es wurde zeitgleich eine Hüftprothese eingesetzt. Bereits einen Tag nach der Operation lernte ich mit Krücken gehen – einschließlich Treppensteigen. Nach nur 6 Tagen Krankenhausaufenthalt wurde ich entlassen und schon 4 Tage später ging es zur Reha nach Felden an den Chiemsee. In der Reha soll der Patient wieder zu seiner körperlichen Verfassung zurückfinden und Schritt für Schritt seinen Alltag wieder selbst übernehmen und so seine Selbstständigkeit zurückgewinnen.
Leider hatte ich nach einer Woche Rehaaufenthalt etwas Pech. Der Hüftkopf ist vollständig aus der Pfanne gesprungen (was man Luxation nennt) und die Reposition wurde in einer Klinik unter Vollnarkose durchgeführt. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Klinik ging es zurück zur Reha und mir wurde eine Orthese empfohlen, damit das Hüftgelenk während der Heilungsphase stabil in der Hüftpfanne bleibt. Außerdem korrigiert die Orthese ein fehlerhaftes Gangbild und unterstützt die Muskulatur. Ich musste die Orthese 24 Stunden tragen und durfte sie nur beim Duschen abnehmen. In den ersten Nächten war an Schlaf nicht zu denken. Die Orthese vermittelte mir aber ein Gefühl von Sicherheit und erst am 1. Advent war ich bereit sie ständig abzulegen.
Nach über 3 Wochen Reha war die Eingewöhnung Zuhause etwas holprig. Der geschützte Klinikalltag mit klaren Strukturen und Rundum-Versorgung fällt weg, während Zuhause die alten Pflichten mit den körperlichen und auch seelischen Belastungen sofort wieder da sind. In der Reha gibt es feste Zeiten, Therapiepläne, Mahlzeiten, klare Abläufe und Pflege. Zu Hause warten dagegen die Post, der Haushalt, Unsicherheit und der normale Alltag. Kleine Tätigkeiten kosten deutlich mehr Aufwand und Kraft als erwartet. Wichtig ist auch, dass die Physiotherapie gleich nach der Reha fortgeführt wird. Im November wurde dann ein Meniskusschaden festgestellt, den ich aber mit Absprache meines Kniespezialisten konservativ gut in Griff bekommen habe und eine Operation abgewendet wurde.
Ja wenn man älter wird, dann zwickt es mal vorne und mal hinten. Im Februar wurde nach unerträglichen Schmerzen eine Kalkschulter diagnostiziert. Mit Schmerzmittel, Physio- und Stoßwellentherapie bin ich heute schmerzfrei. Die Stoßwellentherapie (bei mir waren es 5) ist extrem schmerzhaft und wird wöchentlich durchgeführt. Der Schallkopf des Stoßwellen-Gerätes wird exakt auf die betroffene Region gerichtet, die zuvor mit einem Kontaktgel versehen wird und dauert nur wenige Minuten. Da der Körper durch die Stoßwellentherapie angeregt wird, neue Blutgefäße zu bilden und Wachstumsfaktoren auszuschütten, ist die volle Heilungswirkung oft erst nach Wochen zu spüren. Seit gut 3 Wochen benötige ich keine Schmerzmittel mehr und denke – jetzt geht es wieder aufwärts und hoffe es bleibt auch so.
Wünsche euch einen schönen Sonntag!