Morgens um fünf

Es ist 5.00 Uhr morgens. Mein Körper sagt mir „Du hast ausgeschlafen, steh auf“. Mein Kopf meint aber „Was soll der Quatsch – 5.00 Uhr!“ Die letzten Jahre habe ich mich zum Frühaufsteher entwickelt. Brauchen ältere Menschen nicht mehr so viel Schlaf? Ist morgens um fünf, die Welt noch in Ordnung?

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Und wozu?

Weil ich morgens produktiver arbeite und mehr vom Tag habe.

Am frühen Morgen ist die beste Zeit zum Schreiben, keine Anrufe, keine Email. Sogar der Rasenmäher meines Nachbarn ruht noch.  Um 5 Uhr Morgens bin ich selbstdiszipliniert, strotze vor Energie, wie nie mehr tagsüber. Ich schmiede Pläne, habe die besten Ideen, bin kreativ, mein Kopf ist klar und ich habe Zeit für mich. Ich leide nicht an Schlafstörungen, ich springe Frühmorgens voller Elan aus dem Bett – denn „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Hektik am Morgen zieht sich bei mir über den gesamten Tag, dann bin ich nervös und unmotiviert.

Schon meine Oma war Frühaufsteher, bereitete Frühstück für die Familie, hatte den riesigen Berg Wäsche schon gebügelt und im Winter bereits den Kohleofen geschürt, damit wir Kinder am warmen Frühstückstisch sitzen konnten.

Im Sommer von der Sonne und Vogelgezwischter geweckt zu werden ist besonders schön. Doch der Morgen ist nicht nur eine gute Zeit um produktiv zu sein, sondern den Kreislauf in Schwung zu bringen. Optimal ist die morgendliche Gymnastik bei offenem Fenster oder der frühe Spaziergang mit dem Hund. Morgens ist der Sauerstoffgehalt in der Luft besonders hoch, das beflügelt den Geist und macht munter.

Bei sommerlichen Temperaturen von über 25 Grad ist es tagsüber ausserdem eine Quälerei zu reiten – für Pferd und Mensch. Letzte Woche waren wir bereits um 5.30 Uhr am Stall, um einen Ausritt am frühen Morgen zu unternehmen, zum Wohle der Pferde. Es hat einen besonderen Zauber so früh am Stall zu sein. Die Natur frühmorgens, noch nicht ganz ausgeschlafen, Nebelfelder über den Wiesen und der Geruch von frischem Gras.

Ich kann nur betonen „Morgens um 5 Uhr ist die Welt noch in Ordnung“.