Hätte ich einen Wunsch frei…

… wünschte ich mir den Frühling herbei, 20 Grad und Sonnenschein, dazu bunte Blumen. Aber so male ich mir ihn einfach in Gedanken.

Heute gibt es keine frischen Blumen, denn ich hatte keine Zeit zum Blumenladen zu fahren. Ich bin müde, zerschlagen, habe Husten und Schnupfen, die letzten Tage haben viel Kraft gekostet. Dabei wurde in unserem Landkreis kein Katastrophen Alarm ausgelöst – Schnee gab es bei uns jedoch reichlich, sage und schreibe bis zu 2 Meter Höhe. Man braucht nur 10 km weiter zu fahren, die Strassen sind frei, die Wiesen zum Teil sogar grün – von Winter kaum eine Spur. Teile unseres Landkreises waren jedoch schwer betroffen, sogar gänzlich von der Umwelt abgeschnitten.

Der Dauerschneefall ist nun vorbei, die Probleme jedoch noch nicht. Die Massen in meinem Garten sind vereist und ich kann mögliche Schäden noch nicht abschätzen. Besonders Rosen oder Hortensien fühlen sich unter einer Schneedecke nicht wohl, auch immergrüne Gehölzer wie Kirschlorbeer, meine Hecke und Buchsbäume leiden unter der grossen Schneelast und wurden vom Gewicht förmlich erdrückt.

Man sagt jedoch – die Natur erholt sich schnell. Schon eine alte Bauernregel besagt: „Ist der Winter warm, wird der Bauer arm“! Eine dicke Schneedecke auf den Feldern hat eine isolierende Wirkung, vergleichbar mit einer Bettdecke. Pflanzen aller Art werfen bei niedrigen Temperaturen ihren Schutzmechanismus an und sie gehen in die Vegetationsruhe. Unsere heimischen Insekten, Schädlinge, wie Nützlinge sind sehr gut an kalte und schneereiche Winter angepasst, sie bilden eine Art Frostschutzmittel in ihrem Blut und verkriechen sich in Spalten, wo sie den Winter überleben.

Bereits im Dezember sagten verschiedene Meteorologen einen heftigen Winter 2019 voraus – in dem Umfang hätte ich es nie für möglich gehalten. In wenigen Wochen wird kein Mensch mehr über die Schnee-Katastrophe in Bayern und Österreich berichten und sprechen. Tagelang hatte uns der heftige Wintereinbruch fest im Griff, die Schneemassen und seine Folgen werden uns jedoch noch eine Zeit beschäftigen, denn nach Schnee folgt Überschwemmung. Die Lawinengefahr bleibt weiter angespannt, trotzdem fahren die Menschen in die Berge zum Skifahren, was auf der anderen Seite auch wichtig ist, denn in den Skigebieten sind die Einnahmen wichtig für viele Existenzen. Es muss weiterhin vor den Gefahren gewarnt werden, denn die Unvernunft vieler, bringt nicht nur sie selbst, sondern auch andere in grosse Gefahr.

Die ersten Landkreise haben den Katastrophen Fall wieder aufgehoben, die Kinder gehen wieder zur Schule und die Lage wird sich langsam normalisieren. Man kann den vielen Hilfskräften nur von Herzen danken, die Tagelang an ihrem Limit arbeiteten und oft auch ihr Leben riskierten. Dennoch will das Wort „Entspannung“ in Bayern noch keiner aussprechen – es gibt noch viel zu tun!!