Packt mich das Reitfieber wieder?

Nach einer längeren Pause packt mich wieder das Reitfieber!

Im langen und kalten Winter hatte ich einfach keine grosse Lust mich aufs Pferd zu setzten. Eingepackt wie ein Michelin-Männchen und trotzdem frieren, nein das bin ich nicht. Anscheinend gehöre ich zur Fraktion „Weichei“, denn bei uns am Stall ist die kalte Jahreszeit kein Thema, da werden Reitstunden und Ausritte unternommen ob bei Minus 5 Grad oder Plus 25 Grad.

Aber kann man nach einigen Monaten einfach in den Sattel steigen und losreiten, als wäre nie etwas gewesen? Grundsätzlich heisst es ja, Reiten verlernt man nicht, genauso wie Radfahren. Allerdings kann unser Gehirn die reiterlichen Bewegungen nur dann abspeichern, wenn sie lange und sehr intensiv geübt wurden. Ein Reitanfänger muss nach einer Pause wohl wieder von vorne beginnen. Im Kopf sitzen die Abläufe noch ganz gut, jedoch die Muskeln vergessen sehr schnell was früher fast mühelos geklappt hat. Also wurde die erste Reitstunden sehr, sehr, sehr anstrengend.

Schon beim Aufsteigen hatte ich Schwierigkeiten und so meinte die Reitlehrerin ich sollte doch die Aufsteighilfe benutzen. Wer also ohne einen sportlichen Ersatz wieder mit dem Reiten beginnt muss sich nicht wundern, ohne Hilfe aufs Pferd zu kommen, die Kondition ganz schnell einknickt und dass Treiben doppelt so schwer fällt. Man fühlt sich wie ein Wackelpudding und die Beine hängen bald kraftlos herunter. Nach der langen Pause kam ich sehr schnell aus der Puste und fühlte mich kurzatmig. An längere Trabarbeiten war nicht zu denken.

Bei der nächsten Reitstunde wird wohl wieder die Longe zum Einsatz kommen, denn bei all der Vorfreude haben sich wieder alte Fehler eingeschlichen und es fehlt am notwendigen Körpergefühl, an der Kondition und vor allem, Fehler im Sitz, denn ein guter Sitz ist das A und O beim Reiten. Das kritische Auge der Reitlehrerin sieht alles und so können Fehler in den ersten Stunde des Wiedereinstiegs korrigiert werden.

Una, unsere geduldige Haflinger Stute wird es ihr danken. Unheimlich geduldig stand sie an der Aufsteighilfe, ein „Lehrmeister“ die sich nicht aus der Ruhe bringen lies. Überhaupt hat sich Una in den letzten Jahren zu einem verlässlichen Reit Pferd gewandelt, aus dem nervösen Haflinger ist ein Ruhepol, eine wohlerzogene liebe Stute geworden, auf der ich ohne Angst aufsteige. Sie merkt auch sicher wer im Sattel sitzt – ein Anfänger oder meine Tochter die sehr gut reitet. Und so haben Una und ich eine einfache Faustregel – ich vertraue ihr und sie mir. So wird mich auch das Reitfieber wieder packen!