Sonntagsfrühstück 02. August

Einen wunderschönen guten Morgen!

Pferdesucht, ist das gefährlich ??

Diese Frage stellt sich bestimmt kein Reiter. Aber wenn es Menschen gibt die Fernseh-süchtig oder Fussball-süchtig sind, warum dann nicht auch Pferdesüchtig!!

Wer einmal mit dem Reiten angefangen hat, hört auch so schnell nicht mehr auf. Die meisten bleiben dem Sport jahrelang, oft sogar ein Leben lang treu. Wenn ein Reiter aufhört, dann nicht weil er keine Lust mehr hat, sondern oft sind Beruf, Familie oder die Gesundheit der Grund. Schon die alten Volksweisheit „Alles Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde“ spricht Pferdeliebhaber aus dem Herzen.

Aber was ist die Faszination? Vor allem der Kontakt zum Tier, aber auch die Naturverbundenheit und der perfekte Ausgleich zum täglichen Stress. Für mich ist der Stall der Ruhepool, die beste Ablenkung nach einem harten Tag. Ob ich nun Reite, Spazieren Gehe oder nur putze und striegle, hier kann ich entspannen. Bei uns am Stall gibt es keinen Einsteller der nicht mehrmals die Woche, viele sogar täglich ihrer Arbeit am Pferd und ihrem Sport nachgehen. Die Pferdepflege- und Stallarbeit ersetzt auch ein Fitnessstudio – Hufe auskratzen, den schweren Sattel schleppen, die Heukarre schieben oder die Box misten. Meine Bizeps waren noch nie so gut in Schuss wie jetzt, seit ich zur „Pferdefrau“ wurde.  Viele Nicht-Reiter denken, der Reiter lässt sich faul durch die Gegend tragen – grosse Enttäuschung – Reiten ist Sport! Ich habe festgestellt, dass ich Muskeln habe, die ich in meinem ganzen Leben noch nie bemerkt habe. Reiten stärkt vor allem die Bauchmuskeln, den Gleichgewichtssinn, aber auch Arme, Ober- und Unterschenkel werden trainiert.

Reiten wird als ideales Training bei Rückenproblemen empfohlen, denn Reiten stärkt den Rücken, genau dort, wo er durch zu langes Sitzen besonders anfällig ist. Die Bewegungen des Pferdes müssen ausgeglichen werden und dadurch wird die eigene Muskulatur gefordert und gestärkt. Die Wirbelsäule wird aufgerichtet und entlastet, was Haltungsschäden und den gefürchteten Bandscheibenvorfall vorbeugt. Man trainiert Ausdauer, Beweglichkeit und den Gleichgewichtssinn, denn der Reiter kann sich den Bewegungen des Pferdes nicht entziehen, er muss sich mitbewegen, im Besten Fall ganz natürlich. Ich merke es spätestens nach einigen Runden im Trab, wenn ich völlig ausgepumpt bin. Von wegen – drauf setzen und spazieren tragen lassen.

Über die Vorteile des körperlichen Wohlbefinden hinaus bietet Reiten auch die beste Voraussetzung um dem Stress des Alltages zu entfliehen. Man bewegt sich im Freien, in der Natur und an der frischer Luft. Die anfängliche Scheu vor den großen Tieren ist überwindbar, man konzentriert sich auf das Pferd. Wer schwer abschalten kann, wird spüren, dass beim Reiten die Gedanken zur Ruhe kommen. Ein absoluter Ausgleich zum schnelllebigen Alltag. Denn nur wer seine Sorgen und Gedanken loslässt, kommt mit seinen Pferd zurecht und wird sich darauf einlassen.

Kein Wunder also, dass viele behaupten – Reiten macht süchtig – süchtig nach den Glücksgefühlen, wenn man die Ziele die man sich gesteckt hat, auch erreicht.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!