Auch ohne Garten muss man auf frische Kresse zu Hause nicht verzichten. Kresse ist völlig anspruchslos, sie toleriert alle Böden – keimt sogar auf feuchtem Küchenpapier oder auf Watte. Kresse ist so unkompliziert zu ziehen, keimt schnell, dass man ihr fast beim Wachsen zusehen kann. Wer Kressesamen gekauft hat, kann dieses Kraut ganz bequem auf der Fensterbank wachsen lassen. Dabei ist nur wichtig, dass ausreichend Licht vorhanden ist, damit sich Kresse gut entwickeln kann. Kresse im Freiland verlangt einen lockeren und gut gedüngten Boden, Sonne und zur Keimung ist aber unbedingt notwendig, dass der Boden gleichmäßig feucht ist.
Bereits nach vier bis fünf Tagen sind die kleinen Pflänzchen hoch genug, um sie mit einer Schere abzuschneiden. Ausgewachsene Kresse sieht man selten, doch man kann sie essen. Sie ist dann nicht mehr so zart und frisch, aber im Geschmack sehr lecker. Kresse gehört zu den Lichtkeimern und das bedeutet, dass die Samen auf der Oberfläche des Nährbodens liegen und nicht bedeckt werden.
Besonders gerne esse ich Kresse, wenn sie frisch geerntet wurde, zum Beispiel als Topping für Kartoffelsalat, auf Kartoffelpüree oder zum Ei. Für ein Butterbrot mit Kresse lasse ich Käse oder Wurst links liegen und zum Kräuterquark verpasst Kresse den würzigen Frischekick. Oder man tauscht die Kräuterbutter zum Grillen mit einer würzigen Kressebutter. Sie passt zu allen Fleisch- oder Fischgerichten, zu Ofenkartoffel oder gegrillten Maiskolben. Und das beste – die Kressebutter ist ganz fix zubereitet. Einfach die abgeschnittenen Blätter mit weicher Butter vermengen. Das Ganze mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen und für die Frische etwas Zitronensaft. Die Masse auf ein Stück Alufolie geben, zu einer Rolle formen und eine Stunde kalt stellen. Besonders intensiv schmeckt Radieschenkresse, die ich allerdings im Bio-Laden gekauft habe und nicht selbst angesät habe. Brot, Butter und Radieschenkresse – mehr braucht man nicht zum Frühstück oder Brotzeit.
Kresse sollte nie mitgekocht werden, da sie ihre Farbe verliert und dann bitter schmeckt. Auch zum Trocknen oder Einfrieren ist Kresse nicht geeignet, sie verliert dabei ihr ganzes Aroma. Kresse ist sehr gesund und vitaminreich, schon kleine Mengen tragen wesentlich zur Nährstoff- und Vitalstoffversorgung des Körpers bei. Neben Vitamin A und C enthält Kresse auch Eisen und Kalzium. Regelmäßiger Verzehr der leicht scharfen Blättchen ist quasi eine Wohltat für unseren Körper und dabei schmeckt Kresse auch noch sehr lecker.