Schönheiten für den Garten – Wildtulpen

Wildtulpen sind, wenn man es scherzhaft beschreibt die Urgroßeltern unserer herkömmlichen Gartentulpen. Im Gegensatz zu ihren gezüchteten Nachkommen bleiben sie klein, zierlich und charmant. Ihre sternförmigen Blüten überraschen mit einer beeindruckenden Farbpalette von zartem Gelb über leuchtendes Rot, bis hin zu zweifarbigen Sorten.

 

Im Herbst, wenn die Zeit beginnt Frühlingszwiebel zu setzen, ist immer die Frage, welche ich nehmen soll. Muscari, Krokus, Alium und Narzissen sind immer fest gesetzt, doch bei Tulpen bin ich mir immer unsicher. Dann wälze ich Kataloge oder stehe unschlüssig im Gartencenter und finde eine schöner als die andere. Vor einigen Jahren habe ich die Wildtulpen entdeckt und bin immer noch begeistert von diesen Schönheiten. Vor allem im kleinen Beet auf meiner Terrasse und im Steingarten passen sie ganz besonders. Mit einer Höhe von 10 bis 30 cm wirken sie elegant und kompakt – ganz anders als ihre „großen“ Verwandten. Dank ihrer Größe fühlen sie sich auch in Töpfen und Balkonkästen sehr wohl. Wildtulpen sind auf den ersten Blick vielleicht nicht so spektakulär, doch wer sich einmal auf sie einlässt, kann sich ihrem Reiz nicht mehr entziehen.

 

Wildtulpen brauchen wenig Pflege, trotzen Wind und Wetter, sind ausdauernd und kommen Jahr für Jahr. Sie sind echte Sonnenanbeter – halbschattige Plätze sind möglich, doch das führt oft zu einem schwachen Wuchs und weniger Blüten. Je mehr Sonne, desto üppiger die Blütenpracht. Nässe ist der größte Feind der Pflanze und um das zu vermeiden, sollte man sie selten gießen. Einfach den Finger in die Erde stecken und fühlen sich die oberen 2–3 cm trocken an ist es Zeit zum Giessen. Das Gleiche gilt bei der Düngung. Wenn die ersten Blattspitzen aus der Erde gucken, reicht eine Portion gut verrotteter Kompost. Steht die Wildtulpe im Topf ist die Devise – weniger ist mehr. Zu viel des Guten führt zu riesigen Blättern, aber kaum Blüten. Nach der Blüte ist es wichtig – wie bei allen Zwiebelpflanzen, das Laub stehenzulassen. Erst wenn das Laub komplett vergilbt, kann es bodennah abgeschnitten werden.

Das Schöne an der Wildtulpe ist die natürliche Vermehrung. Sie bilden sogenannte Brutzwiebel, die im nächsten Jahr zu Neuen heranwachsen. Ich lasse die Zwiebel einfach im Boden und nach einigen Jahren wird der Bestand immer mehr. Bis Anfang November, bzw. vor dem ersten Frost können die Zwiebel der Wildtulpen gesetzt werden. Sie werden etwa dreimal zu tief und mit einem Abstand von ca. 5 cm gepflanzt, das gibt einen dichten Blütenflor, der wirklich Eindruck macht. Ich bin ganz verliebt in meine Wildtulpen, denn sie sorgen für Abwechslung in meinem Garten und sind zudem sehr wichtig für die Insektenwelt.