Sonntagsfrühstück, 3.August

Einen wunderschönen guten Morgen,

mit nachfolgendem Satz wollte ich mich in die Sommerferien verabschieden. Doch manchmal kommt es ganz anders als man denkt …

Ferien: Für mich ist es jetzt auch so weit ich werde in diesem Jahr eine kleine Blog-Pause einlegen. Ich könnte jetzt einfach schreiben, dass ich die Zeit für neue Ideen nutze. Das mache ich bestimmt auch, doch in erster Linie nutze ich die Zeit zur Erholung, dem süßen Nichtstun, meinen runden Geburtstag feiern, für meinen Garten und für einen Abstecher nach Berlin. Wünsche euch eine gute Zeit, besseres Wetter und einen wunderschönen Sonntag!

Bei Word Press lassen sich Blog Beiträge planen und geplante Beiträge werden dann automatisch zum gewählten Zeitpunkt veröffentlicht. Das Sonntagsfrühstück war schon fertiggestellt und am Freitag habe ich alles gelöscht bis auf den letzten Absatz, der auf meine Blog-Pause hinweisen sollte. Na ja, eine Blog-Pause wird es geben, leider aus einem anderen Grund.

Am letzten Dienstagnachmittag bin ich auf meiner Gassi Runde mit Emmi gestürzt, lag für gut eine halbe Stunde im Dreck und merkte sofort, dass muss ein größerer Schaden sein, mein rechter Fuß hatte sich unnatürlich nach außen verdreht. An Aufstehen oder nur Aufrichten war nicht zu denken, die Schmerzen einfach zu groß. Mit enormem Kraftaufwand habe ich mich ca. 5 Meter auf dem Hosenboden, den Weg entlang geschleppt, in der Hoffnung, dass mich jemand in meiner blöden Lage entdeckt. Eine ältere Dame hatte mich von ihrem Wohnzimmerfenster beobachtet, kam nun auf mich zu und hat sofort meine Tochter telefonisch verständigt. Normal ist das Handy mein ständiger Begleiter, doch am Dienstag habe ich es Zuhause vergessen und festgestellt, wie wichtig es sein kann. Jetzt kamen auch zwei Männer aus ihrer Werkstatt und haben mich in ihren VW Bus hinten auf die Ladefläche platziert. Zu diesem Zeitpunkt war ein heftiges Gewitter und ich könnte zumindest vor Nässe geschützt werden. Jetzt ging alles sehr schnell, Krankenwagen, Klinik, Röntgen – Oberschenkelhalsbruch – und ja ich habe es befürchtet.

Am Mittwoch dann die OP und dabei wurde auch gleich eine neue Hüfte eingesetzt. Inzwischen geht es mir den Umständen entsprechend gut, doch ich glaube, die nächsten Wochen werden anstrengend. Anstatt Berlin geht es am 07.08. zur Reha an den Chiemsee. Dort wartet schon Anneliese, meine beste Freundin, die planmäßig am 25. Juli eine neue Hüfte bekam und am Freitag, 01.08. ihren REHA-antritt hatte. Vor genau einer Woche habe ich sie hier im Krankenhaus Prien besucht, den schönen Blick von ihrem Zimmer auf den See bewundert. Den Blick auf den See habe ich nun auch, doch andere Umstände wären mir lieber.

Mein eigentlicher Retter ist Emmi – unsere fast fünfjährigen Irish Terrier Hündin. Zuerst flitzte sie nach meinem Sturz den Weg rauf und runter, war aber nach einem Pfiff oder Ruf sofort bei mir. Später lief sie dann in eine Werkstatt, machte sich mit Bellen bemerkbar und lief wieder raus. Das Ganze wiederholte sie drei oder viermal, bis die Männer merkten, hier stimmt was nicht. Sie folgten Emmi und endlich wurde ich entdeckt.

Jetzt bin ich gespannt was die nächsten Wochen bringen, hoffe das ich gesundheitlich wieder auf das gleiche Level zurückkomme. Jährlich brechen sich mehr als 100.000 Menschen den Oberschenkelhals, vor allem ältere Menschen. Die Verletzung kann tödlich enden: mehr als 10 % der Betroffenen sterben in den ersten 30 Tagen an Komplikationen wie Thrombosen, Lungenembolien oder Lungenentzündung. Ein Patient sollte innerhalb von 24 Stunden operativ versorgt werden – Überlebenschance und Mobilität seien dann deutlich besser. Denke, ich bin auf einem guten Weg und werde zwischendurch von meiner Reha berichten.

Macht es gut und bis bald!