Als Teenager, gerade mal in der Ausbildung war meist Ebbe im Portemonnaie und für einen schönen, großen Blumenstrauß an Muttertag fehlte das Geld. Zum Glück ist Muttertag im Mai und der Flieder blühte herrlich in Nachbars Garten, der in der Nacht vorher einfach geklaut wurde. Wir waren damals besonders radikal und haben die Zweige einfach abgebrochen. Erwischt wurden wir nie – zum Glück denn sonst wäre der Ärger ziemlich unangenehm geworden.
Der Flieder ist eine Pflanze, die kaum wie eine andere mit Frühling und Mai in Verbindung gebracht wird. Mit der Fliederblüte beginnt für viele die warme Jahreszeit. Wann der Flieder blüht, hängt ein wenig von der Sorte ab. In meinem Garten blüht der weiße Flieder, bei warmer Witterung bereits Ende April und der zweite dann Mitte Mai. Flieder ist sehr anspruchslos, benötigt wenig Pflege und kann eine stattliche Höhe von bis zu sechs Meter erreichen.
Wer nur einen kleinen oder gar keinen Garten hat, muss nicht auf Flieder verzichten. Der Handel bietet auch Zwergflieder an, die sich gut in Töpfe oder Kübel entwickelt. Es gibt viele verschiedene Sorten von Flieder, die sich in Farbe, Größe und Form der Blüten unterscheiden. Auch wenn die Blüten filigran aussehen – Flieder ist robust und Temperaturen von bis zu minus 30 Grad verträgt er ebenso wie trockene Hitze. Über die Fliederblüte freut sich nicht nur der Hobbygärtner, denn der Flieder ist mit seinem herrlichen Duft ein echter Frühlingsbote und die traubenförmigen Blüten verschönern jeden Garten.
Ich schneide mit während der Blüte gerne ein paar Fliederzweige, damit auch im Haus der unvergleichliche Duft durch die Wohnung strömt. Damit die holzigen Triebe optimal Wasser aufnehmen können, werden die Enden mit einem scharfen Messer V-förmig eingeschnitten und dann in eine Vase mit lauwarmen Wasser gestellt. Leider ist die Haltbarkeit des Strauss nicht besonders lange.

