Es duftet nach Frühling

 

Die milden Temperaturen und der vorgezogene Frühlingsbeginn sind für Frostbeulen wie mich zwar sehr angenehm, doch die Natur ist dadurch überfordert. Seit einigen Jahren kann man beobachten, dass der Frühling in Mitteleuropa früher beginnt und im letzten Winter hatten wir nur drei Mal eine wirklich, geschlossene Schneedecke jeweils für ca. 8 Tagen. Ansonsten war der Winter nass und kalt, überaus schmuddelig. Am ersten Adventswochenende war sogar in München, Winter-Wunderland und Schneechaos, was für die Landeshauptstadt doch sehr ungewöhnlich ist. Ende Februar spitzten dann schon die Krokusse und seitdem geht es mit den Temperaturen nach oben – bis auf kleine Ausreißer.

 

Zunächst könnte man sich über den frühen Frühling ja freuen, doch es gibt auch unangenehme Auswirkungen. Zum einen stirbt in milden Wintern viel weniger Ungeziefer und Unkraut ab. Dass es mehr Schädlinge gibt, werden wir im Sommer zu spüren bekommen. Zum anderen überleben inzwischen Tiere und Pflanzen, die hierzulande nicht heimisch sind, wie zum Beispiel die Tigermücke. Und schließlich kann es im April noch zu einem plötzlichen Wintereinbruch kommen, was in der Wachstumsphase böse Folgen haben kann. Zum Beispiel treibt die Bauernhortensie schon weit aus und damit das erste Grün nachts keinen Schaden erleiden muss, wird sie täglich mit Vlies abgedeckt.

 

In der Nacht vom 23. auf 24. März hatten wir Frost und es schneite am Sonntag dicke Flocken, die Blüten der Magnolie meines Nachbarn waren am nächsten Tag – wieder einmal – erfroren. Noch am Freitag vorher blühte die Tulpenmagnolie wunderschön in Rosa in einer unglaublichen Fülle. Am Sonntagabend war der Zauber vorbei und ich konnte meinen Nachbarn beobachten, wie traurig er seine Magnolie betrachtete. Bei einer geschätzten Höhe von 5 bis 6 Meter ist ein Schutz kaum mehr möglich. Auch wenn Magnolien wunderschön sind, Spätfrost ist der Grund, warum in meinem Garten keine steht, müsste mich Jahr für Jahr ärgern. Meine Zierkirsche ist erfroren, doch zum Glück habe ich einige Bilder erstellt, Winterling und Schneeglöckchen abgeblüht, doch nun fangen langsam die Tulpen an zu blühen.

In der Karwoche war der Spuk dann wieder vorbei und die Temperaturen kletterten wieder über 15 Grad. Doch es gibt noch keine Entwarnung, gerade der April ist für sein launisches Wetter mit großen Temperaturschwankungen bekannt. Nicht umsonst heißt eine der bekanntesten Bauernregeln – April, April, der macht, was er will. Selbst winterliches Wetter mit Schneeschauer ist im April nicht ungewöhnlich und mit dem Wechsel der Sommerreifen werde ich noch abwarten, man weis ja nie!