Sonntagsfrühstück, 30.Juni

Einen wunderschönen guten Morgen!

Oft stelle ich mir die Frage, ob mein Garten jemals fertig wird? Ein Garten ist immer wieder ein Neuanfang – ist man hinten fertig, kann man vorne wieder anfangen. Ja, der späte Frost im Mai und die vielen, vielen Regentage im Juni werfen einen Hobbygärtner bei seiner Arbeit immer wieder zurück. Manchmal scheint alles verloren, wie nach dem Hagel-Unwetter am Samstag vor Pfingsten. Pflanzen wurden von Wind kräftig durchgeschüttelt und bekamen vom Hagel gehörig eins aufs Dach. Großblättrige Stauden wie Funkien durchlöchert, manche Blumen lagen traurig am Boden und mussten zurückgeschnitten werden. Gegen das Wetter ist nun mal leider kein Kraut gewachsen.

 

 

In den ersten Wochen brauchen neu gesetzte Kübelpflanzen eigentlich nur Wasser. Doch als Petrus im Juni seine Schleusen öffnete, war es viel zu viel. So oft wie dieses Jahr habe ich meine Kübel und Kästen noch nie von der Terrasse an die geschützte Hausmauer gestellt, um sie vom Ertrinken zu schützen. Dagegen mussten wir letztes Jahr sparsam mit Regenwasser umgehen und oft musste ich mit Leitungswasser gießen. Wer sich an die anhaltende Hitze und Trockenheit des vergangenen Jahres erinnert, musste über ein verbessertes Wassermanagement nachdenken und so haben wir zwei neue Regentonnen angeschafft, die an einigen Tagen aber überschwappten und abgepumpt wurden.

 

„Ein Garten ist nie fertig“. Dafür sorgt schon die Natur und das Leben – die ständig Veränderungen bringt. Als meine Tochter noch klein war, gab es an allen Ecken Spielmöglichkeiten und ich konnte von einem schattigen Plätzchen meine Tochter und die Nachbarskinder beim Toben im Blick behalten. Doch irgendwann war die Zeit von Rutsche, Schaukel und Sandspielbereich einfach vorbei und es wurden Blumenbeete angelegt. Mein Haus wurde 1974 erbaut und damals war es „IN“ die Gärten mit Nadel Bäumchen auszustatten. Tannenbäume, Fichten, Kiefer, Wacholder und Zypressen ohne daran zu denken, dass aus diesen Bäumchen einmal Riesen Bäume werden, den Garten beschatten und kein Sonnenstrahl mehr durchkommt. Vor ca. 30 Jahren wurden die Bäume dann, Stück für Stück entfernt, was ziemlich kostspielig war. Für mich war es damals nicht nur eine optische Angelegenheit, sondern nach einigen heftigen Stürmen vor allem ein Sicherheitsproblem. 1994 vielleicht auch 1995, so genau weiß ich es nicht mehr, hatten wir am 1. Weihnachtsfeiertag einen heftigen Sturm und ich hatte Panik, dass einer der Riesen im Garten meines Nachbarn landete. An diesem Tag ist mein Entschluss gefallen – alles muss weg!!!

Es hat eine Zeit gedauert, doch langsam habe ich mein Ziel erreicht – heute habe ich einen Garten, der meinen Vorstellungen entspricht. Eine Wiese mit Gänseblümchen statt englischem Rasen, in der Emmi auch toben darf. Blühende Beete, einen ertragreichen Gemüsegarten, eine Feuerstelle, eine schöne Terrasse und zusätzlich eine gemütliche Sitzgelegenheit am Teich. Wie schon mehrmals erwähnt, ist ein Garten niemals fertig und ich möchte nicht wissen, wie viel Zeit und Geld ich in diesen Garten gesteckt habe. Vermutlich mehrere Fernreisen. Doch ich denke, diese Investition hat sich gelohnt, denn was so ein Garten einem zurückgibt ist unbezahlbar und ich möchte es nicht missen, auch wenn es mit viel Zeit und Arbeit verbunden ist.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!